Schreien.

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„NIMM MEINE HAND!“, schreie ich.
Strecke sie dir so weit es geht entgegen
Lehne mich über den Vorsprung
Und will dich nicht fallen sehen.

„LASS BITTE LOS!“, schreist du.
Versuchst bewusst meinen Griff zu lösen
Du willst dich wegstoßen um
Absichtlich schwer zu werden.

„GIB DOCH NICHT AUF!“, schreie ich.
Es gibt doch für alles einen Ausweg
Auch wenn man ihn nicht sieht
Oder er auch gar nicht da ist.

„ICH HABE ES SATT!“, schreist du.
Und ich verstehe dich nur zu gut
Weil es keinen Sinn mehr macht
Nur dumm vor sich hin zu hoffen.

„FALLEN WIR GEMEINSAM!, schreien wir.
Obwohl wir nicht mehr schreien müssen
Weil wir gemeinsam fallen und
Alles ein Ende hat.

„NIMM MEINE HAND!“, schreie ich immer noch.
Weil du gefallen bist, ganz alleine
Weil du aufgegeben hast, schon vor langem
Weil du mich satt hattest, so wie ich.

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Trekking Rinjani

Ein Kommentar

  1. Nicht leicht auszuhalten, diese innere Ambivalenz. Vielleicht ist die Frustration übers Scheitern, über eigene Grenzen (auch fremde) letztlich dann doch Motor für etwas Neues, für Bewegung (im Innen und Außen), letztlich also Helfer, diese Ambivalenz?

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