Felicitas • Wortheldin September 2016

Ich hole sie vor den Vorhang: Wer sind diese Wortheldinnen und Worthelden, die mich mit ihren literarischen Texten auf ihren Blogs verzaubern? Diesmal hat Felicitas meine zehn Wortheld-Fragen beantwortet.

Wer bist du und wenn ja, warum?

Wer ich wirklich bin, das weiß ich selbst nicht so genau. Ist glaub auch nicht sonderlich leicht, das zu beantworten. Hier & Jetzt bin ich jedenfalls Felicitas Sturm, Schreiberin & Wortheldin (yeah! Danke dafür 🙂 ), eine von diesen „Twentysomethings“ (das Wort klingt fürchterlich nach Hipster), die versucht ihr Leben zu leben, es vielleicht erstmal ein wenig in den Griff zu bekommen.
Warum? (Warum müssen die ersten beiden Fragen gleich so verdammt schwer und so verdammt philosophisch sein?) Ich vermute, der einzige Grund warum ich das bin ist, dass mir die Alternativen weniger gut gefallen.

Und wie viel davon steckt in deinen Texten?

Es steckt ziemlich viel von mir in meinen Texten. Und das lässt mich manchmal zögern, bevor ich einen Beitrag veröffentliche. Weil der dann schließlich in den unendlichen Unendlichkeiten des Internets ist und jeder ihn lesen kann. Deswegen übe ich mich in der „literarischen Freiheit“, um wahre Situationen bis zur Unkenntlichkeit zu entstellen – wobei das nicht immer funktioniert.

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Seit wann und warum schreibst du eigentlich?

Zuerst hatte ich einen anderen Blog, einfach weil meine beste Freundin das vorschlug. Das ist bestimmt 8 Jahre her. Der Blog war … sagen wir: ein wenig unbeholfen (um nicht zu sagen: stümperhaft) doch damals war ich noch verdammt jung und musste noch viel lernen. Vom Schreiben und natürlich auch vom Leben.
Dann kam dieser Frühlingstag, als ich eigentlich für einen wichtigen Test hätte lernen müssen und ich beschloss, diesen Quatsch einfach nicht mitzumachen. Ich schaltete den Laptop an, startete ein leeres Word-Dokument und begann mein erstes Buch. Die Idee dazu hatte ich schon lange. Warum also nicht einfach anfangen?
Und mittlerweile schreibe ich ständig. Ich gehöre zu diesen Nerds, die ein Notizbuch mitschleppen und (mal mehr, mal weniger) regelmäßig hineinschreiben.
Warum? Weil ich nicht anders kann, vermute ich.

Was macht dich sprachlos?

Die Natur! Ich meine: schaut doch mal raus! Seht ihr diese Wolken? Oder den Sternenhimmel. Oder die Bäume, wie sie sich im Wind bewegen. Die Schönheit & Eleganz von Tieren. Und kennt ihr diesen Ausblick vom Gipfel eines Berges inmitten der Alpen?

Die Menschen! Ich meine: betrachtet sie doch mal genauer! Seht ihr diese Verlogenheit? Diese Falschheit, diesen Egoismus, diese Gier. Oder seht ihr auch die Freundschaften? Die kleinen Gesten der Zuneigung. Oder seht ihr die Liebe?

Wo befindet sich dein kreativster Ort?

Überall & nirgendwo. Vermutlich in meinem Kopf.

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Wer oder was inspiriert dich?

Alles, was mich sprachlos macht, inspiriert mich. Außerdem Bücher. Zitate. Gute Musik. Kleine Momente. Große Momente. Und alles dazwischen. Und manchmal auch nichts.

Wie viele Entwürfe verstecken sich in deinem Blog?

Bestimmt 30 Stück. Weil meine Finger manchmal schneller sind als mein Kopf. Und weil mein Perfektionismus irgendwann die Handbremse anzieht und all das dann nicht an die Öffentlichkeit darf. Und weil meine Melancholie sich immer so schwer von alten Dingen trennen kann. Egal was mein Perfektionismus dazu sagt.

Bist du kreativer, wenn du glücklich oder wenn du traurig bist?

Lange Zeit dachte ich, große Emotionen helfen dabei, große Texte zu schreiben. Doch manchmal sind die großen Emotionen auch zu groß, um in einen Text gepackt zu werden. Manchmal also bin ich kreativ, wenn ich glücklich bin. Manchmal bin ich kreativ, wenn ich traurig bin. Und manchmal bin ich gar nicht kreativ, weil es schließlich noch ein Leben zu leben gibt (was man ja auch nicht vergessen sollte). Und manchmal bin ich kreativ, wenn meine Stimmung irgendwo in einem undefinierbaren Zustand ist, irgendwo zwischen himmelhochjauchzend und zutodebetrübt.

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Was ist dein ganz persönlicher, selbst geschriebener Herzenstext?

Meine Konfessionen: Weil ich sonst immer ein wenig „literarische Freiheit“ ergänze. Doch da nicht. Das ist genau das, was ich denke & was ich fühle. Damals. Und heute. Und wahrscheinlich noch die nächsten Jahre. Und vielleicht sogar bis an mein Lebensende.

Welche drei literarischen Blogger möchtest du empfehlen?

Carina, die auf ihrem Blog urbanschreiben.wordpress.com/ aus Alltäglichem solch schöne Worte formen kann…

Vor wenigen Tagen erst entdeckt und schon gleich hin & weg: diogenesclubbing.wordpress.com/ Eigentlich schreibt Rosa auf ihrem Blog hauptsächlich Rezensionen oder erzählt von der Bücherwelt ganz allgemein. Doch dann las ich zwei ihrer Gedichte und seitdem bin ich Fan/Bewunderer/nenne es wie du willst.

Und untermeinerhaut.wordpress.com/, weil mir ihre bildhafte Sprache, diese unzähligen Metaphern gefallen.

Felicitas • Blog

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