Halt/Lass dich (nicht).

Ich halt dich nicht fest.

Unser Entgleiten ist ein fließender Übergang, ein Sog hinaus in die Welt, hinein in uns selbst, wo wir uns immer schon mal treffen wollten und es nie geschafft haben. Immer hatte einer von uns nicht Zeit. Wir waren zu feige um uns so gegenüberzutreten, zu feige, um uns „in echt“ zu zeigen, wohl einfach zu feige für den vollen Ernst. Haben gemeinsame Wege niedergetrampelt um eine Ausrede zu haben, neue Wege zu gehen. Viel weniger Matsch und viel schöner sei es da, war uns sofort bewusst, nur war dein Weg niemals mehr meiner und meiner doch irgendwie auch nicht. Und jedes einzelne Mal, wenn wir uns wiedersehen ist es wie ein Sog hinein in unsere Welt, in das Damals, nur um umgehend wieder hinausbefördert zu werden. Alles fließt, alles entgleitet, du entgleitest mir und ich mir doch auch.

Und lass dich nicht los.

Es sind die Träume, die nicht fließen, es ist deine Anwesenheit, die nicht entgleitet. Begegnest mir so viele Nächte, teilst mit mir Küsse und Schweigen, teilst mit mir die Flucht und die Angst. Und ein jedes Mal wache ich auf mit einem Lächeln, welches mir schon nach Sekunden entgleitet. Wie ein fließender Übergang, ein Sog in die Realität. Ich gebe mir Mühe, das weißt du, weißt du vielleicht nicht, ich weiß es doch auch nicht. Aber manchmal kann ich nicht schlafen, weil ich an dich denke. Und manchmal schmerzt nur der Gedanke. Es sind die Träume, die nicht fließen, sondern in der Vergangenheit eingefroren sind. Es sind die Gedanken, die so egoistisch ihr schmerzhaftes Ziel verfolgen. Ich bin allem verfallen und schwimme umher. Bin ratlos verloren, rastlos verschwunden. Finde nicht mehr zurück. Weder zu dir und wohl auch nicht zu mir.

Inspiration hierfür war die Textzeile „Ich halt dich nicht fest und lass dich nicht los“ aus AnnenMayKantereits Lied „Pocahontas“. 

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