Traumnovelle • Arthur Schnitzler

Über Liebe und Verlangen, Sehnsucht und Schweigen. Und all das im Wien zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Fridolin und Albertine sind verheiratet, haben ein Kind, er ist anerkannter Arzt. Gleich mal vorweg: Die beiden scheinen sich irgendwie zu lieben. Doch in die vermeintliche Harmonie schleicht sich das Verlangen auf beiden Seiten nach Abenteuer, nach Aufregung, nach sexueller Begierde und Lustspiele. Und so begleitet man Fridolin auf seiner Reise durch das nächtliche Wien, geplagt von Neugierde und Schuldgefühlen, von Eifersucht und Hoffnung. Als wäre alles ein Traum, als wäre das düstere Wien nur Fridolins Einbildung. Was ist es, das ihn suchen lässt? Warum ist es scheinbar unvermeidbar, auf beiden Seiten, dass man sich nach etwas anderem sehnt? Woher diese Unzufriedenheit mit dem Status quo? Ist all das nur mehr als menschlich oder doch verstörender Wahn?

Arthur Schnitzler
geboren 1862, gestorben 1931 in Wien

Weitere Werke:

  • Leutnant Gustl
  • Das weite Land

Zwischen all den Neuerscheinungen, die ich in letzter Zeit lesen durfte, war es mal wieder angebracht, mir einen Klassiker zu Gemüte zu führen. Traumnovelle ist mein erstes Buch von Schnitzler – von „Das weite Land“ sah ich aber eine sehr, sehr tolle Inszenierung in einem kleinen Wiener Theater. Schnitzler war mir also nicht vollkommen unbekannt. Und doch tat ich mir sehr schwer, in seinen Stil hineinzufinden. Die Novelle entführt einen zwar ins „alte Wien“, aber im Laufe der Erzählung stellt man sich so viele Fragen, die schlussendlich nie beantwortet werden. So lässt Schnitzler den Leser mit einem Psychogram von Fridolin zurück, Albertine bekommt nur wenig direkte Aufmerksamkeit und am Ende stehen ganz, ganz viele große Fragezeichen.

Eine wie die andere, dachte er mit Bitterkeit, und Albertine ist wie sie alle – sie ist die Schlimmste. Ich werde mich von ihr trennen. Es kann nie wieder gut werden.

Es gibt übrigens auch mehrere Verfilmungen dieses Werkes. Die bekannteste ist wohl Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“. Ich habe ihn selber noch nicht gesehen, aber was ich bisher so gehört hatte, reiht es sich ein in die eher halbgaren Literaturverfilmungen von Kubrick (neben Clockwork Orange und Shining)

Schnitzlers Traumnovelle habe ich mir ganz ehrlich viel verträumter vorgestellt. Dieser Kampf gegen die sexuellen Begierden, die sich Fridolin stellen muss, sind anfangs spannend, die zahlreichen Rätsel werfen unzählige Fragen auf. Doch Schnitzler will sie nicht wirklich beantworten. Und deshalb lässt mich das Buch etwas ernüchtert zurück.

Arthur Schnitzler

Traumnovelle

verschiedene Verlage (auch rechtefrei)

Preis: 3,95 Euro (Hardcover) 4 Euro (Taschenbuch), 0 Euro (eBook) (Info zu Partnerlinks)

88 Seiten

 

 

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