#14 • „Hallo, liebe Verlage! Das ist mein Buch.“

Wenn man sechs Jahre an einem Projekt arbeitet, will man keine negativen Absagen hören. Doch jetzt habe ich es trotzdem riskiert.

maulheld14

Fast ein Jahr nachdem ich zum ersten Mal erfolgreich beim NaNoWriMo teilgenommen und fast drei Monate nachdem ich es zum ersten Mal Korrektur gelesen habe, wagte ich den nächsten großen Schritt. Ich habe gehadert. Weil ich selbst noch nicht wirklich wusste, wohin ich will mit meinem Buch. Welcher Autor möchte nicht einmal sein Buch in gedruckter Form in der Hand halten, es in einer Buchhandlung auffinden, mit wundervollem Cover und von einem Profi lektoriert. Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Und viel einfacher hätte ich es mir gemacht, wenn ich es bei „Kindle Direct Publishing“ als eBook veröffentlicht hätte. Aber das wäre in Wahrheit wohl nur feige.

Deshalb – und auch weil ich mir vorgenommen habe, diese Aufgabe zu erledigen, bis meine Freundin von ihrem zweimonatigen Aufenthalt auf einem anderen Kontinent zurückkommt – war Mittwoch der große Tag. Mehrere Kuverts, ein paar E-Mails und ganz viel Zeit hab ich investiert, damit endlich auch Verlage von meinem Buch wissen. Und, aufgrund einer Empfehlung, habe ich mir auch eine renommierte Literaturagentur herausgesucht, welche ich von „Volle Distanz. Näher zu dir“ überzeugen möchte.

Jetzt heißt es erstmal warten, das kann zwischen 6 Wochen und einem Zeitraum von mehreren Monaten umfassen:

  • Czernin Verlag – bis zu 3 Monate
  • S. Fischer Verlag – keine Angabe
  • Carl Hanser Verlag – innerhalb von 10 Wochen
  • Zsolnay/Deuticke – innerhalb von 10 Wochen
  • Rowohlt – Zeitraum von mehreren Monaten
  • Kiepenheuer & Witsch – keine Angabe
  • Literaturagentur: Michael Meller Literary Agency – 6-8 Wochen

Leider habe ich beim Einkuvertieren auf genau einen Verlag vergessen, der essentiell ist: Immer wenn ich mir das Buch gedruckt vorgestellt habe, dachte ich an ein Cover eines Diogenes-Buches. Deshalb werde ich es diesem Schweizer Verlag natürlich auch noch schicken. Sollte ausschließlich Absagen hereinflattern, werde ich es mit einem zweiten Schwung versuchen, und wenn es dann wieder nicht klappt, wird das Buch ein eBook. Weil ich überzeugt bin, dass das Buch großartig ist, und ich mich nicht unterkriegen lassen möchte.

Und da kommen wir jetzt zu Ines. Die junge Frau kam zufällig auf meinen Blog, las zufällig von „Volle Distanz. Näher zu dir“, war allein schon von der kurzen Einführung angetan und hat mir geschrieben. Und weil ich ja nun möchte, dass immer mehr Menschen mit dem Buch in Berührung kommen, habe ich es ihr auch geschickt – Vertrauen in eine Unbekannte ist zwar riskant, aber sehr empfehlenswert. Kurz gesagt: Ines war begeistert. (Und hat das Buch sogar zugleich Korrekturgelesen.) Sie war die erste Leserin außerhalb meiner Familie und meines Freundeskreises – und deshalb fühlte sich das Lob gleich nochmal doppelt schöner an.

Das Buch begeistert. Und das weiß ich. Jetzt müssen es nur noch die Verlage verstehen. (Und kommenden Montag kommt dann übrigens auch wieder meine Freundin zurück.)

5 Kommentare

  1. Meinen Glückwunsch zur Fertigstellung!

    Ich erinnere mich noch daran wie ich Anfang 2009 durch „Das wars. [Ein Liebesbrief]“ auf dich aufmerksam wurde weil irgendjemand das ganze an mich weitergeleitet hatte und seit dem schau ich immer mal wieder hier vorbei.
    Natürlich ging daher auch dein Buchprojekt nicht an mir vorbei und ich war bisher von allem was ich las schwer beeindruckt! Das ist nun auch wirklich das allererste Buch von dem ich behaupten kann das ich seit 5 Jahren darauf warte es lesen zu können 😉 Ich kann es gar nicht abwarten mich mit deinem Buch in meine Leseecke zu hocken, mein Handy auszustellen und das Ding in einem zu verschlingen! 🙂

    Ich wünsche dir Viel Erfolg mit den Verlagen!

    Schamlose Selbstwerbung:
    Und falls dir Inspiration für das Cover fehlen sollte, oder du jemanden für’s Marketing suchst, das ist genau mein Fachgebiet mit jahrelanger professioneller Erfahrung, bei Interesse schreib mir einfach ’ne Mail an mail(a)kevingrahl.de

    Liebe Grüße!

  2. Bei der Verlagauswahl hast du ja mal „nicht gekleckert, sondern geklotzt“, sprich du bist gleich mal in der Champions League eingestiegen. Ohne das Buch zu kennen, nehme ich mal die Rolle des bad cops oder Pessimisten ein und rechne mit der Notwendigkeit eines zweiten „Schwungs“ an Aussendungen. Bei diesem würde ich persönlich weit mehr Verlage und Agenturen anschreiben – und durchaus auch kleinere berücksichtigen. Es gibt wunderbare, kleine, feine Verlage mit interessantem Buchsortiment.

    Wenn ich mir also einen Ratschlag erlauben darf: Nach zwei Aussendungsrunden schon an ein e-book zu denken (wenn dir ein e-book weniger lieb ist!) erscheint mir viel zu früh.

    1. Ja, da hast du nicht unrecht. Ich hab mein Bücherregal abgesucht nach Verlagen, die manche meiner Lieblingsbücher veröffentlicht haben. 😉 Und jetzt bin ich mal richtig froh, zumindest diese (etwas) geringe Anzahl an Verlagen anzuschreiben – der erste Schritt ist schon mal getan. Aber deinen Rat werde ich mir für den zweiten Schwung merken.

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