Kindle Paperwhite vs. Tolino Shine

In weniger als einem Monat ist bereits wieder Weihnachten – und nachdem ich in diesem Jahr unglaublich viel erreicht habe, möchte ich mich selber wieder einmal mit einem schönen technischen Schnickschnack beschenken. In diesem Jahr handelt es sich dabei um einen eBook Reader. Doch die große Frage ist: Soll es ein Kindle Paperwhite oder ein Tolino Shine werden? Ein kleines Entscheidungslogbuch.

PaperwhiteShine1

Gleich vorweg: Das ist jetzt kein toller, großartiger Testbericht eines Technikkenners. Vielmehr ist es eine Sammlung verschiedene Testberichte, meine Gedanken zu verschiedenen Fragen und eine Bitte an Nutzer von einem dieser Geräte, mir bei der Entscheidung unter die Arme zu greifen. Und vielleicht hilft es ja auch interessierte Leser bei der Kaufentscheidung.

Warum eigentlich einen eBook-Reader?

Das ist eine gute Frage. Mein Bücherregal wächst stetig, ich liebe es auch noch, in klassischen, gedruckten Büchern zu lesen. Aber manchmal ist es ganz einfach unglaublich praktisch, eine Unmenge an Büchern in sehr leichtem und tragbaren Format mit mir herumtragen zu können. Als ich dieses Jahr seit langem wieder einmal einen Strandurlaub machte, und Bücher via Kindle-App am iPad las, kam die Idee erstmals auf. Weil – auch wenn ich das iPad gewonnen hatte, wäre ein Verlust dieses Geräts, oder auch der Fall in den Sand sehr suboptimal. Dahingegen ist ein klassischer eBook-Reader schon mal leichter und vor allem auch um einiges billiger als ein richtiges Tablet. Nicht, dass ich es dann zwangsläufig in den Sand werfen möchte – aber man ist ja immer in den unnötigsten Momenten tollpatschig.

Schon im Finale?

Ja, als ich für mich beschlossen habe, dass ich mir einen eBook-Reader anschaffen möchte, gab es für mich schon zu Beginn nur zwei Möglichkeiten. Entweder einen Kindle von Amazon, oder einen Tolino – wenn, dann möchte ich natürlich schon ein Gerät von einem der beiden Marktführer am deutschsprachigen Markt. Und nachdem mir auch bewusst wurde, dass ich unbedingt einen mit Hintergrundbeleuchtung haben möchte, um so auch ohne Umgebungslicht lesen zu können, blieben schließlich nur mehr der Kindle Paperwhite und der Tolino Shine über.

Faktencheck

 Kindle PaperwhiteTolino Shine
Gewicht (in Gramm)206183
benutzbarer Speicher (in Gigabyte) 1,252
Cloud-Speicherunbegrenzt für Amazon-Inhalte25 GB
Speicher erweiterbar (durch MicroSD-Karte)neinja
FormateKindle Format 8 (AZW3), Kindle (AZW), TXT, PDF, ungeschützte MOBI, PRC nativ; HTML, DOC, DOCX, JPEG, GIF, PNG, BMP nach KonvertierungePub, PDF, TXT
maximale Akkulaufzeit (in Wochen)87
Bildschirmgröße (in Zoll/Zentimeter)6 / 156 / 15
Preis (in Euro)12999
Preis (inkl. Hülle)kein Kombiangebot129

Was bedeutet das? Es sieht beinahe nach einem Gewinner aus: der Tolino Shine gewinnt in fünf Kategorien, nämlich Gewicht, Speicher, erweiterbarer Speicher, Preis und Bundle-Preis, während der Kindle Paperwhite bei Akkulaufzeit und Formate (rein quantitativ) die Nase vorne hat. Den Cloud-Speicher kann man nur schwer vergleichen, aber auch hier sehe ich den Tolino vorne, da sich der Cloud-Speicher des Paperwhite offenbar auf Amazon-Inhalte beschränkt. Bei der Bildschirmgröße stehen sich die beiden Geräte um nichts nach. Alle technischen Details gibt es übrigens hier für den Kindle Paperwhite und hier für den Tolino Shine.

Was erwarte ich mir von einem eBook-Reader?

  • gute Lesbarkeit
  • großes Angebot an Büchern, zeitnah zum Erscheinen des Printbuches
  • akzeptable Reaktionszeit beim Umblättern
  • elegantes Aussehen

Vor- und Nachteile vom Kindle Paperwhite

  • schöne, gelungene und auch schon häufig benutzte App auf meinen anderen Endgeräten inkl. einer bereits gekaufter Bücher
  • offenbar ist der Paperwhite beim Umblättern schneller als der Tolino
  • das Design des Kindle Paperwhite ist unglaublich elegant
  • etwas bessere Beleuchtung als beim Tolino
  • teurer (wobei, es ist ja Weihnachten)
  • Bücher müssen dann stets bei Amazon gekauft werden – der Kindle unterstützt nicht den eBook-Standard ePub, sondern nutzt ein eigenes Format, d.h. ich würde mich damit ewig auf Kindle-Geräte binden

Vor- und Nachteile vom Tolino Shine

  • Preis (vor allem auch der Bundle-Preis mit Hülle)
  • offen für den eBook-Standard ePUB, d.h. ich kann bei jedem Onlinebuchhändler (außer Amazon) einkaufen, wie z.B. Thalia, Weltbild oder andere
  • Speicherplatz erweiterbar
  • sieht irgendwie billig aus, nicht elegant, hässliche Taste, die viel Platz wegnimmt
  • Beleuchtung schlechter und beim Umblättern etwas langsamer als der Kindle Paperwhite

Und dann die große Frage: Brauche ich wirklich die Hintergrundbeleuchtung?

Warum ich mir das denke? Weil der normale Kindle mit 49 Euro unschlagbar günstig ist – mir ist zumindest kein anderer eBook-Reader bekannt, der so wenig kostet und zudem bereits in der fünften Generation erhältlich ist und somit schon im sehr ausgereiften Status.

So wäre der Kindle immer mit dabei, und möchte ich mal im Bett lesen, dann lese ich eben mit der Kindle App am iPad. Vorteil: 80 Euro Ersparnis gegenüber dem Kindle Paperwhite, 50 Euro Ersparnis gegenüber dem Tolino Shine. Der Paperwhite ist zwar schöner und tastenloser (wie man sieht, besitzt der normale Kindle mind. 7 Tasten und keinen Touchscreen. Vielleicht wäre der normale Kindle die Möglichkeit, einmal auszutesten, wie sehr mir die Idee eines eBook-Readers überhaupt gefällt.

Testberichte (Kindle Paperwhite : Tolino Shine)

1:0 – derStandard.at: Tolino Shine im Test: Besser als der Kindle?
2:0 – derStandard.at: Stiftung Warentest kürt Kindle Paperwhite zum Testsieger (Artikel auf test.de ist kostenpflichtig)
3:0 – Focus.de: Das große Duell der beiden eBook-Reader (Videotest)
4:0 – dietestberichtseite: Kindle Paperwhite oder Tolino Shine? Der eBook-Reader Vergleich
5:0 – chip.de: Bestenliste Ebook-Reader
6:0 – zeit.de: Deutsche E-Reader müssen nicht mehr mies sein
7:0 – webmagazin.de: Der eReader Check: Kindle Paperwhite vs. Tolino Shine
8:0 – ComputerBild-Tests: Kindle Paperwhite 3G & Tolino Shine

Das Ergebnis scheint recht eindeutig zu sein, aber man sollte sich jeden dieser Tests lesen: Meistens war es eine knappe Angelegenheit. Im Testspiegel von ComputerBild (also einer Zusammenfassung vieler Bewertungen aus vielen Magazinen) sieht überraschenderweise Tolino Shine als Sieger. Die Durchschnittswertung 2,00 gegen das Kindle Paperwhite mit einer Wertung von 2,09. Wie gesagt, alles sehr, sehr knapp.

Und jetzt? Ich will: Erfahrungen, Meinungen, Tipps!

Bitte helft mir bei meiner Entscheidung: Habt ihr bereits einen der beiden eBook-Reader? Seid ihr zufrieden oder unzufrieden? Sollte ich mir eine weitere Alternative ansehen? Was sind die Vorzüge, was sollte ich mir genau überlegen? Helft mir!

Was ist es geworden?

Es wurde der Kindle. Der heimliche Eh-schon-immer-Favorit. Einerseits, weil ich ja doch schon 15 Kindle-eBooks habe (welche ich am iPad gelesen habe), andererseits, weil er schöner ist. Ich halte euch am Laufenden, ab der „walled garden“ mir schon bald auf die Nerven geht, oder ob ich gut damit leben kann. Wir werden es sehen. Die große Freude kommt dann am 24. Dezember, wenn es, von meinen Eltern schön eingepackt, unterm Christbaum liegt.

8 Kommentare

  1. Also ich hab den Kindle Paperwhite. Und rein von der Handhabung her und vom Lesegefühl, gefällt er mir viel besser als der nicht-Kindle von einer Freundin (ich glaub aber es war Sony und nicht Tolino). Was mir am Kindle einfach viel besser gefällt als am Tolino ist die die Aufmachung. Der Kindle ist einfach schön – und wenn man dann jeden Tag etwas schönes in der Hand hat, mag man es viel lieber als wenn man dann ständig rätselt, ob der Kindle nicht doch besser gewesen wäre..

    1. Das ist es, ja. Der Kindle Paperwhite sieht einfach richtig, richtig edel aus. Aber die Frage ist: Lasse ich mich blenden von der unglaublichen Schönheit? 😉

  2. Die Beleuchtung funktioniert beim Paperwhite anders als bei einem LCD-Display. Es scheint dir nicht direkt in die Augen, sondern wird vom Reader reflektiert, was wesentlicher angenehmer sein soll (laut Testberichten, ich hab noch den Kindle Keyboard). Und manche lassen ihn dann auch bei Tageslicht an.
    Der größte Kritikpunkt am Kindle ist sicher der Plattform „lock-in“. Aber wahrscheinlich auch der einzige.
    Einen Zusatznutzen seh ich noch – bei Amazon bekommst Du eine Emailadresse, an die Du Dokumente und (mit Browser-Plugins) ganze Websiten schicken kannst, damit Du sie am Kindle hast. Das ist eigentlich mein Hauptanwendungszweck – lange Web-Artikel lesen.

    1. Danke für den Input. Ja, das „Lock-in“ schreckt etwas ab. Aber das mit der Mailadresse und dem „Ans-Kindle-Senden“ klingt schon wieder mal sehr positiv. 🙂

  3. Hab seit fast einem Jahr den Kobo Glo und bin rundum zufrieden. Gegen Kindle sprechen v.a. das geschlossene System und die generellen Gründe, Amazon zu boykottieren (schlechte Arbeitsbedingungen, Steuer- und Sozialdumping, Förderung eines Quasi-Monopolisten). Weiß auch nicht ob man seine Notizen/Highlights einfach beim Kindle exportieren kann wegen dem geschlossenen System. Würde auf jeden Fall einen Reader mit Hintergrundbeleuchtung nehmen, man nützt das dann auch untertags weil einfach besser!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: