Maximilian Kaiser • Wortheld November 2017

Maximilian Kaiser ist einer dieser jungen Autoren, bei denen man überrascht ist, wie jung er eigentlich noch ist. Schon vor Jahren erstmals darübergestolpert, habe ich ihn dieses Jahr schließlich auch persönlich kennengelernt. Ein sympathischer, junger Mann, der es weiß, mit seinen Worten düstere Welten zu erschaffen und mich jedes Mal wieder in den Bann zu ziehen. Deshalb freut es mich außerordentlich, ihn als Wortheld dieses Monats begrüßen zu dürfen!

1. Wer bist du und wenn ja, warum?

Ich bin jemand, der gerne Dinge ausprobiert und Grenzen austestet, also extrovertierte Dinge macht, wie zum Beispiel auf der Bühne, vor dem Mikrofon oder vor der Kamera stehen. Mitmenschen, die mich als öffentliche Person kennenlernen sind dann immer sehr überrascht, wenn ich ihnen sage, dass ich eigentlich einen sehr introvertierten und schüchternen Charakter habe. Auf die Frage, warum ich so konträr sei, habe ich immer noch keine klare Antwort. Vielleicht brauche ich einfach diesen Ausgleich.

2. Bist du das „Ich“ in deinen Texten?

Die Entstehung meiner Texte teilt sich auf in subjektive Impressionen, die ich erlebe und fiktionale Konstrukte, die ich mir überlege. Das heißt aber nicht unbedingt, dass diese immer getrennt auftreten.

3. Welches Datum trägt dein allererster Text und warum fasziniert dich das Schreiben?

Ich hatte glücklicherweise eine hervorragende Deutschlehrerin in der Oberstufe, die meine Begeisterung für Sprache gefördert und bekräftigt hat. Als ich dann auf H.P. Lovecrafts meisterhafte Horrorliteratur gestoßen bin, fühlte ich mich ermutigt, etwas eigenes zu schaffen.

Warum? Um einen Funken Magie in unsere rationale Welt zu bringen. Um Menschen Geschichten zu erzählen, die sie unterhalten und zum Nachdenken bringen. Und um manchmal etwas aus meinem Leben zu verarbeiten.

4. Was kannst du nicht in Worte fassen?

Dinge, Phänomene, Empfindungen die zu groß oder komplex sind um sie zu verstehen. Meist genieße ich aber diese Sprachlosigkeit und Unwissenheit, verliere mich gerne darin, lass mich fallen, nur um dann wieder aufzutauchen und zu versuchen diese Erfahrung in eigene Worte zu fassen.

5. Wo kommen dir die besten Ideen?

Dort wo sich meine Kreativität versteckt: in meinem Inneren. Oft muss ich sie da drinnen aber zuerst suchen gehen und dafür brauche ich Zeit und Ruhe. Die finde ich dann meistens zuhause am Schreibtisch oder in ruhigen Bars und Kaffeehäusern.

6. Wer oder was inspiriert dich?

Inspiration finde ich überall. In Menschen, Büchern, Momenten, Gebäuden, Erinnerungen oder Gefühlen. Ich bin nur der Filter zwischen den immateriellen Ideen und dem Papier, auf dem ein Text entstehen soll.

7. Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem Text und hast du eher viele oder wenige Entwürfe in deinem Blog?

Jeder veröffentlichte Text ist nur ein Entwurf, den ich so lange bearbeitet habe, bis ich einigermaßen zufrieden damit war. Für mich ist ein Text nie fertig.

8. Leidet die Kreativität, wenn du glücklich bist – oder wenn du unglücklich bist?

Ich kann sowohl aus positiven als auch aus negativen Gefühlslagen Energie beziehen. Manchmal entsteht ein Text spontan aus einer Emotion, manchmal habe ich zuerst eine Idee und fühle mich dann beim Schreiben in diese Stimmung hinein. Da ich aber großteils düstere Werke schreibe, arbeite ich oft mit negativen Gefühlen.

9. Wenn du einen einzigen Text von dir mit auf eine Inseln mitnehmen würdest – welcher wäre das und warum?

Das ändert sich alle paar Monate, aktuell ist es mein neuestes Gedicht „Flecken am Stoff, Fetzen im Kopf“. Ich verbinde sehr viel mit seinem Entstehungsprozess und mit den Gefühlen, die es umschreibt. Außerdem ist es für mich handwerklich etwas Neues gewesen.

10. Welche drei anderen literarischen Blogger beneidest du für ihre Sprache?

Martin Peichl (https://verschreibungen.wordpress.com/), Constantin Schwab (http://whoisconstantin.blogspot.co.at/), Dominik Leitner (https://neonwilderness.net/)


Hier findet man Maximilian im Netz:

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