There’s always the sun.

Wir waren uns nie näher, als uns unsere Kräfte verließen. Und unsere Welt zu einer nebeligen Ruinenlandschaft wurde. Der Worte waren zu viele schon gewechselt, als die Stille überhand nahm und unsere Gemüter sich der seelenlosen Landschaft anpassten.

Nebel

„Wie hätten wir es auch spüren sollen?“, fragst du mich, blickst mir dabei ins Gesicht und atmest nur langsam und unstetig ein und aus. „Wie hätten wir auch.“, wiederholt mein Kopf und mein Herz meint nur „Wir haben es.“ Von wegen Ahnungslosigkeit, von wegen überraschendes Ende und von wegen Liebe. In deiner Nähe war ich sicher, mit deinem Lächeln wurde ich besänftigt, mit deinen Tränen kam die Weltschmerz. Doch all das ist doch nur Fassade gewesen, für unsere Unfähigkeit zu lieben. Wir haben uns gefordert, haben uns gefoltert. Mit unseren Gefühlen und unseren Erwartungen. Waren zum Untergang verurteilt, als wir uns das erste Mal zu lieben wagten. „Wie konnten wir nur“, stottert das Herz.

„Lass uns Fremde bleiben.“, sage ich und bin mir der Wucht der Worte bewusst. Wir haben es verabsäumt, hinter der Fassade der Liebe Freunde zu werden. Uns fehlte die gemeinsame Verbindung, die die Liebe erträglich macht. Die ein Ende in weite Ferne rücken lässt. Wir haben uns in der Liebe verloren und sind uns nun fremder als jemals zuvor. Der Nebel zieht langsam an uns vorbei, umhüllt uns und bedeckt alle Sorgen mit dieser sanft-kühlen Feuchtigkeit. Dein Blick zeigt mir die Wahrhaftigkeit meiner Worte, wir lassen uns fallen. Auf eine Parkbank, in diesem unsäglichen Wald. Die Nacht eilt schon seit Stunden herbei und lässt uns doch noch Zeit, auf nötige Wortfetzen zu verzichten.

Wie wird es wohl sein, wenn wir uns wiedersehen? Was werden wir spüren, wenn unsere Leben weitergehen? Wohin werden sich unsere getrennten Wege führen? Wo ich so vieles nicht weiß, eines weiß ich bestimmt: Ich werde nicht dich vermissen, sondern nur dieses Gefühl der Liebe. Nur dieses Gefühl, aufgebaut auf einem Lügenkonstrukt. Wir werden keine Freunde mehr werden. Und während wir wortlos nebeneinander sitzen, die Dunkelheit den Tag wegzudrängen versucht, scheint ein letztes Mal ein fester Strahl der Sonne durch. Und trotz aller ungemütlichen Zweisamkeit, gibt all das ein kleines bisschen Hoffnung. Gerade genug um diese unsägliche Szenerie zu verlassen. Der Vorhang, er fällt.

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2 Kommentare

  1. Jetzt habe ich mich durch einige deiner Einträge durchgeklickt. Du schreibst ehrlich sehr gut! 🙂
    Sobald ich wieder etwas mehr Zeit finde (fahre jetzt nämlich für ein paar Tage nach Kärnten) werde ich mich weiter auf deinem Blog umschauen 😉

    LG Patricia

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