Springe zum Inhalt →

Mimikry – Das Spiel des Lesens • Philipp Albers & Holm Friebe (Hg.)

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ meinte schon Hesse. Über Anfänge und Literatur, über das Spiel und den Betrug – darum geht es im Spiel des Lesens. (Inkl. Gewinnspiel!)

Mimikry-Header

Mimikry ist anders. Deshalb kann es natürlich auch keine klassische Buchrezension werden. Das vierhundert Seiten starke, recht aufwändig und schön gestaltete Buch beherbergt nämlich etwas ganz Besonderes. Es ist vielmehr Spiel als Buch, es ist Spielanleitung und Spielbrett, es ist eine Ereigniskartensammlung und Unterhaltung. Wie das alles funktionieren kann? Noch dazu innerhalb eines Buches? Eine gute Frage.

Belesene Menschen wissen es wahrscheinlich, aus welchem Buch bzw. zumindest von welchem Autor der schönste (deutschsprachige) erste Satz ist: „Ilsebill salzte nach.“ Richtig. Günter Grass und sein Roman Der Butt. Aber Mimikry will nicht das Wissen abprüfen – man soll selbst kreativ werden, soll den Stil eines Werkes erfühlen und gleichzeitig alle anderen Mitspieler verwirren.

Ganz vereinfach erklärt: Eine Gruppe von Menschen einigt sich auf ein Buch und einen Spielleiter. Dieser liest kurze Absätze aus dem Buch vor, damit die Mitspieler den Stil in sich aufsaugen. Danach liest er schließlich den ersten (Halb-)Satz vor. Nun schreiben alle ihren Anfang, außer der Spielleiter, der das Original abschreibt. Und am Schluss müssen die Spieler erkennen, welcher Anfang nun der richtige war. Länger erklärt hier.

Albers_Friebe2.jpg

Holm Friebe & Philipp Albers
die beiden betreiben die Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA) in Berlin

Weitere Werke:

  • Friebe & Albers: Was Sie schon immer über 6 wissen wollten
  • Friebe: Die Steinstrategie – Von der Kunst nicht zu handeln
  • Friebe: Wir nennen es Arbeit – die Digitale Bohème oder Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung

Holm Friebe und Philipp Albers haben 101 Menschen (Schriftsteller, Journalisten und Künstler) eingeladen, an unzähligen (okay, nachgezählt: 19) Abenden an der großen Literaturfälschung zu arbeiten. Und so kommt man in den Genuss zahlreicher Imitationen, auch wenn man kein sozialer Mensch ist und jeden Abend alleine zuhause verbingt. Man spielt dann einfach ganz allein und ratet mit, wer hier wen eigentlich täuscht.

Noch interessanter wird es aber wahrscheinlich, wenn man selber so etwas wie Freunde oder gute Bekannte hat und einen Mimikry-Abend veranstalten kann. Man braucht in Wahrheit nur ein paar gute Bücher zur Auswahl – wobei es wohl auch sehr reizvoll sein muss, so richtig grottenschlechte Werke nachzuahmen.

Alles in allem ist dieses Buch, das ja vielmehr ein Spiel ist, eine wunderbare Sammlung Hunderte gefälschter, und viel weniger echter Buchanfänge. Es ist spannend, wer (sofern man die Personen kennt) welche Anfänge verfasst hat und zeigt aber auch, dass die reine Nachahmung in der Literatur gut funktioniert(/-en könnte). Und obwohl ich grundsätzlich immer ein großer eBook-Fan bin, kann ich jedem Leser nur empfehlen, die zehn Euro mehr für die Hardcover-Ausgabe auszugeben – es lohnt sich.

Mimikry-Cover

Philipp Albers & Holm Friebe (Hg.)

MIMIKRY

Das Spiel des Lesens

Blumenbar Verlag

Preis: Hardcover inkl. 50 Seiten Farbfotos 24,90 Euro, eBook 14,90 Euro (Info zu Partnerlinks)

400 Seiten
ISBN:978-33-51-05028-3

 

Transparenz: Mir wurden auf Anfrage ein kostenloses Rezensionsexemplar (eBook) und ein Gewinnspielexemplar (Print) vom Blumenbar Verlag zur Verfügung gestellt.

Das Gewinnspiel

Ich will es euch ja nicht unnötig schwer machen, normale Menschen mit normalen Fähigkeiten logisch zu denken finden die Lösung innerhalb weniger Sekunden. Aber um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr Folgendes erledigen:

Ich drück euch die Daumen und informiere euch sobald der oder die Gewinnerin gezogen wurde.

Veröffentlicht in Literaturheld

Kommentaren

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    %d Bloggern gefällt das: