Liebster Award.

Die wunderbare Frau katkaesk hat mich für den Liebster Award nominiert. Was aussieht wie ein altbekanntes Blog“stöckchen“ ist auch eins. Aber dafür wenigstens ein kreatives: Jeder, der den Liebster Award annimmt, muss 11 Fragen beantworten und weitere Leute nominieren. Und für diese neuen Leute muss man sich selbst 11 Fragen überlegen. Klingt kompliziert? Keine Sorge, gegen Ende des Beitrages hier sollte es verständlicher sein.

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Wenn du für einen Tag unsichtbar wärst, was würdest du gerne beobachten?

Einsame Menschen in Zügen. Ihre Blicke, die Sehnsucht, die Angst. Ich würde gerne ihre Gedankengänge beobachten, von außen zwar, aber immerhin. Wie sie mit ihren Augen die Außenwelt beobachten.

Was muss in dieser Welt unbedingt noch erfunden werden?

Ich hätte gerne zwei Dinge.

Einmal die Rewind-Taste. Denn es gibt immer noch so viele Dinge, wo ich mir wünsche, dass sie anders verlaufen wären. Ich weiß, das ist dumm, der Vergangenheit in gewisser Weise derart nachzuhängen. Aber es würde mich glücklich machen, den Verlauf abzuändern. Zu verbessern. Zu perfektionieren.

Und dann noch einen Probemonat für alles. Bei neuen Jobs hat man so etwas ja schon: Innerhalb des ersten Monats kann sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer vom Arbeitsvertrag zurücktreten, wenn es nicht passt. Wie wäre es, wenn man das überall anwenden könnte? Ein Probemonat für eine neue Frisur oder eine neue Brille. Für eine neue Wohnung oder einen neuen Lebensabschnitt. Für eine neue Liebe. Und dann kann man, wenn es einfach nicht passt, problemlos aussteigen. Ohne dass irgendwer verletzt wird.

Welches Zitat/welche Songlyrics begleiten dich schon sehr lange?

Beinahe bin ich versucht, eine Zeile aus Wonderwall zu nennen. Der Klassiker. Aber es ist wohl das hier:

There’s this girl I can’t get out of my head
And I don’t feel cool, feel cool at all

Das ist eine Songzeile aus dem kurzen Lied Rock’n’Roll von Ryan Adams, erstmals erschienen auf Adams zweiten Album Gold, damals im Jahr 2002. Warum begleitet es mich? Weil ich Ryan Adams auch heute noch sehr, sehr regelmäßig höre und ich finde, dass diese Zeile sehr gut beschreibt, wie es mir oft geht, wenn ich mich in Gedanken verliebe, die Liebe nicht mehr gehen möchte oder was auch immer. Es ist ein ruhiges, schönes Lied, sehr melancholisch. Also perfekt passend für mich.

Worauf könntest du niemals verzichten?

Was antwortet man auf solche Fragen? Die Familie! Oder: Freunde! Das Leben! Die Liebe!

Aber ich entscheide mich für: Das Schreiben. Wenn ich einmal keine Zeit dafür habe, zu schreiben, ob jetzt literarisch oder journalistisch, merke ich das sofort. Dann rattert mein Kopf, aber meine Hände können es nicht runterschreiben. Ich liebe es, es ist meine Leidenschaft, und wenn mal Familie, Freunde oder die Liebe zu weit weg waren, hatte ich immer noch meine Fantasie.

Welche Lüge würdest du gerne einmal erzählen?

„Ich weiß, was ich tue.“

Welche Zäsur im Leben erlebtest du besonders hinreichend?

Dabei kommt mir natürlich als Erstes der Tod meines Neffen vor 9 Jahren in den Sinn. Einen tieferen Einschnitt habe ich davor nicht erlebt und ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass das auch für die Zukunft gilt.

Vergangene Woche bekam ich wieder einen wunderbaren, zuckersüßen Neffen geschenkt. Und vielleicht hilft er mir dabei, auf ewig dran zu glauben, dass schlussendlich alles wieder gut wird. Eventuell nicht so, wie man es sich erwartet hat, vielleicht mit einigen Rückschlägen, aber alles in allem wird es immer irgendwie gut. Ich weiß … das ist naiv. Aber gerade deswegen ist das auch gut so.

Welches Wort geistert dir heute häufig im Kopf herum?

Bananenbrot. (Keine Ahnung wieso.)

Worüber würdest du gerne einmal nicht lesen?

Hier sollte ich wohl Krieg schreiben. Oder Tod. Ich möchte aber keine Lügen mehr lesen. Worte über Krieg und Tod sind Tatsachen, aber Lügen manipulieren nur. Sie wurden nur geschaffen, um in den Köpfen der Leser eine geplante Reaktion auszulösen. Und das passiert nur zu häufig.

Was würdest du gerne noch lernen?

Selbstbewusstes Auftreten.

Worüber denkst du derzeit lieber nicht nach?

Ich füge hier noch eine weitere Frage an: Worüber denkst du derzeit am häufigsten nach? Auf beide Fragen kann ich mit „Gefühle“ antworten. Ich werde – selbst nach fast 28 Jahren – nicht schlau aus ihnen. Sie lassen mich immer noch Tag für Tag (bzw. vor allem Nacht für Nacht) ratlos zurück.

Welches Geschenk würde dir jetzt im Moment die größte Freude machen?

Ich schwanke noch zwischen: (a) Einer Festanstellung in einem coolen journalistischen Startup, wo ich gut verdiene und all meine journalistischen Ideen ausleben kann. (b) Einem Verlag, der Volle Distanz. Näher zu dir endlich in die Buchhandlungen bringen möchte und (c) auf beiden Seiten gleich starke Gefühle und damit endlich mal wieder so etwas wie richtige Liebe zu fühlen.

Aktuell wärs aber wohl (b), was mir in meinem aktuellen Zustand die größte Freude machen würde.


Jetzt ist es an mir, mir selbst 11 Fragen aus den Fingern zu saugen. Und nachdem ich nicht viel übers Schreiben fragen wollte, habe ich mir so manche Frage übers Lesen ausgedacht. Und über ganz andere Dinge.

  1. Wenn du die Welt selbst formen könntest, was würdest du ändern?
  2. Wann hast du den letzten handgeschriebenen Brief geschrieben und von wem hast du den letzten handgeschriebenen Brief erhalten?
  3. Findest du dich witzig?
  4. Unbeachtet aller Hinweise zur praktischen Haltung: Welches Tier hättest du theoretisch gerne als Haustier?
  5. Was war das schönste Geschenk, dass du jemals erhalten hast?
  6. Hast du schon einmal ein Tier getötet?
  7. Welche Sprache findest du am schönsten?
  8. Was war das schlechteste Buch, dass du jemals gelesen hast?
  9. Die Biografie welchen Autors/welcher Autorin fasziniert dich?
  10. Worauf wartest du sehnsüchtig?
  11. Findest du deine Stimme schön?

Und hiermit nominiere ich:

  • Looka, den ersten echten Menschen, den ich über Blogs kennenlernte
  • Soylani, mit ihrem großartigen Blog durchallemeinewelten, die
  • stattkatze (hat abgelehnt, aber trotzdem einen großartigen Blog) sowie
  • Joël von soulzeppel.in

Nochmal vielen herzlichen Dank an katkaesk! Es war mir eine Ehre!

3 Gedanken zu „Liebster Award.“

  1. Ohne Witz: Diese rätselhafte Fixierung auf das Wort „Bananenbrot“ habe ich auch. Manchmal murmele ich mit ansteigender Lautstärke „Bananenbrot, Bananenbrot, Bananenboot“, und ich frage meinen Freund des Öfteren, ob ich sein herzallerliebstes kleines Bananenbrot sei. Was er bejaht, auch wenn ihm die Bedeutung dieser Frage genauso unklar bleibt wie mir. In einem Diskussionsforum sah ich neulich, dass ein Nutzer in seiner Signatur einen dadaistisch anmutenden Vers über Bananenbrote und Kampffische verwendete, da keimte bereits der erste Verdacht auf, dass noch mehr Leute von Bananenbrotgedanken befallen sein könnten. Und jetzt das!
    Ich habe übrigens noch nie Bananenbrot gegessen und es gelüstet mich auch nicht danach, es geht tatsächlich nur um das Wort.

    1. Hahaha. Haha. Ha. Das Bananenbrot. Ja, ich habe auch keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Ich habe es ebenfalls noch nie probiert. Also falls Aliens irgendwie zu uns kommunizieren, dann definitiv durch Bananenbrot. 😉

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