Springe zum Inhalt →

Bilder lügen nicht • Elisabeth Schönherr

Eine alte Frau in einer Villa, ein unaufgeklärter Todesfall, ein echter Klimt im Arbeitszimmer. Und die Gier nach Geld.

Frau Wesely lebt in einem alten Haus am Stadtrand von Wien und beherbergt darin einen echten Klimt. Er hängt dort schon seit vielen Jahren im Arbeitszimmer, selbst nach Einbrüchen in der Nachbarschaft und auch im eigenen Haus und trotz aller Forderungen ihres Neffen, dem einzigen Nachkommen, den sie noch hat.

Um in ihrem hohen Alter besser zurecht zu kommen, beschäftigt sie Edith, eine junge Frau, die eigentlich Drehbuchautorin werden möchte, als Haushaltshilfe. Sie zieht in die Dachgeschosswohnung des alten Hauses ein, gemeinsam mit Philipp, ihrem Mann. Er ist Maler, verdient aber mit seiner Kunst kaum etwas. Deshalb versucht er es mit dem Fälschen fremder Kunst. So zum Beispiel ein ominöser Auftrag, der ihn einen Klimt kopieren lässt.

Foto: Wolfgang Rauscher

Elisabeth Schönherr
geboren 1971 in Tirol

Website Twitter Website zum Buch

Weitere Werke:

  • Tod im Teehaus

Ich habe Elisabeth Schönherr kennengelernt, als ich für einen Radiobeitrag eine Autorin gesucht habe, die ein Buch im Selbstverlag veröffentlicht hat. Im Anschluss an das Interview habe ich ein kostenloses Exemplar überreicht bekommen. Die Geschichte klang schon im Vorhinein spannend: Ein Fälscher-Krimi, noch dazu Örtlichkeiten, die mir sowohl in Wien als auch im Salzkammergut nur zu bekannt vorkommen. Und ich wurde auch fast nicht enttäuscht.

Die Geschichte rund um Frau Wesely, ihrem Neffen, um den Maler Philipp und seiner Frau Edith sowie Chefinspektor Ivo Schalk lässt einen kaum los: Auch wenn man z.B. die Boshaftigkeit des Neffen von Anfang an erkennt, bekommt der Leser erst im Lauf der Geschichte mehr und mehr Infos über sein Leben und seine Vergangenheit. Einzig di offensichtlich Naivität von Edith, der Hauptprotagonistin, habe ich als störend empfunden. Da hätt‘ ich mir gerne eine mutigere, selbstständigere junge Frau gewünscht, die nicht derart hilflos in den Sog aus Kriminalität, Schuld und Todesfälle gezogen wird. Aber nachdem erst nach und nach all die Geheimnisse gelüftet werden (und es sich zu einem großen Finale entwickelt), kann man über diese Schwäche gerne hinwegsehen.

Die Welt  in Dornbach war nicht besser, glaubte er, nur die Fassaden waren hübscher.

Elisabeth Schönherr versteht es offenbar, den Leser auf eine Reise zu nehmen. Es ist schön, die Orte in Wien, die Gebäude und Plätze mit den Protagonisten des Buches zu bereisen. Einzig die Person der Hauptprotagonistin hätte man verschärfen können, aber vielleicht hätte dann die ganze Geschichte nicht in dieser Form funktioniert. Für Freunde der Kunst und Fans von Geheimnissen ist dieses Buch empfehlenswert.

Elisabeth Schönherr

Bilder lügen nciht

Ein Fälscher-Roman

tredition

Preis: 11,90 Euro (Taschenbuch), 3,99 Euro (eBook) (Info zu Partnerlinks) • Kauf bei Tredition

256 Seiten

Veröffentlicht in Literaturheld

Kommentaren

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    %d Bloggern gefällt das: