Ich will dir keine Hoffnung machen.

HoffnungVorrang

Ich will dir keine Hoffnung machen. Wirklich nicht. Denn wenn ich sage, ich wäre bald fertig mit dem Entlieben … es wäre eine Lüge und das wüsstest du. Andere können das vielleicht besser, aber ich bin eben ich. Ich habe immer aus ganzem Herzen, Hals über Kopf, bis über beide Ohren geliebt. Und das weißt du. Da geht das nicht von Heute auf Morgen, nein. Da geht das ganz langsam und wahrscheinlich wird es mir auf Dauer viel mehr weh tun als das, was du mir angetan hast. Das Ende, dass du vor uns ausgebreitet hast, bei Kerzenschein. Dass du erwählt hast, weil es für dich schon längst vorbei war. Mein Abschied von dir wird schmerzhafter, weil er heute noch gelogen ist. Weil sich alles in meinem Körper dagegen wehrt, Abstand von dir zu nehmen. Weil du es bist, die mir tagein, tagaus fehlt. Weil du es bist, deren Anwesenheit mich immer noch erfreut und mir trotzdem tagtäglich die Kehle zuzuschnüren versucht. Weil da in mir immer noch so viel Liebe für dich vergraben ist, zwischen all der Wut und dem Unverständnis, zwischen all den Gedanken und diesem kleinen Funken Hoffnung.

Für dieses unsägliche Entlieben muss ich nach und nach seltsame Gründe finden, warum du mir nicht gut tust. Muss mir in Erinnerung rufen, wie sehr du mir weh getan hast. Muss mich dazu zwingen, eine neue Welt zu betreten, in der du mal nicht die Hauptrolle spielen darfst. Muss den Regiesessel besetzen und auch vor der Kamera agieren, zu einem Drehbuch, dass das Leben gerade noch für mich schreibt. Aber heute habe ich noch verdammte Angst, mir vorzustellen, wie es ist, wenn du nicht mehr da bist. Wenn du dein neues Leben führst und ich vielleicht mal wieder an meinem scheitere. Und es nicht du bist, die mir wieder auf die Beine hilft. Ich will gar nicht daran denken und weiß doch, dass diese Zeit kommen wird.

Und ja, ich bin schon wieder bereit mich zu verlieben. Du weißt, im Verlieben war ich schon immer viel erfolgreicher als im Entlieben. Weil es so viel einfacher geht, und … wenn man so wie ich meist zu feig ist, den ersten Schritt zu wagen, auch eine schöne Konstante, bis einen die Realität einholt. Ja, ich bin möchte mich wieder verlieben. In jemanden, der bereit ist, mir die Nähe zu geben, die ich brauche. Mir die Liebe zu schenken, die ich verdiene. Ich bin schlecht bei so einer Suche, ich weiß. Kann Anzeichen nicht deuten und selbst bei vollkommener Eindeutigkeit lässt mich ein kleiner Zweifel stets den Mut verlieren. Eigentlich dachte ich, ich wäre darüber hinweg, ich müsste nie wieder auf Suche gehen, weil ich doch schon die meine gefunden habe. Aber so ist es nun mal nicht, und das ist scheiße und das ist gut. Denn wenn ich mir bald genug ganz sicher bin, dass es einfach nicht ist und nicht möglicherweise vielleicht doch sein könnte.

Aber ich will dir keine Hoffnung machen. Ich bin richtig scheiße im Entlieben. So sehr ich mir den notwendigen Abstand wünsch‘, so sehr hab ich Angst davor. So sehr, wie ich wütend auf dich und enttäuscht von dir bin, so sehr mag ich doch überraschenderweise auch noch. Es ist verrückt, ich weiß. Aber ich denke, das wusstest du bereits vor dreieinhalb Jahren, als wir uns aufeinander eingelassen haben. Das wusstest du wahrscheinlich schon vor zwölf Jahren, als wir beste Freunde wurden. Das wusstest du wahrscheinlich schon die ganze Zeit, und irgendwie ja doch nicht. Man kann ja nie wissen.

Und sich nie sicher sein.
Leider.

Aber hoffen.
Hoffen kann man immer.

Bildquelle:NamensnennungKeine kommerzielle Nutzung Bestimmte Rechte vorbehalten von caratello

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