#12 • Gelesen werden

Es ist aufregend, wenn jemand das Buch in den Händen hält.

VolleDistanzNäherzuDir

Es ist wahrscheinlich eine sehr schlechte Angst für einen angehenden Schriftsteller. Ich hatte bisher Angst, mein Werk, mein Herzensprojekt, mein Buch jemanden zum Lesen zu geben. Aber in den vergangenen Tagen habe ich den Entschluss gefasst, den zwei wichtigsten Frauen in meinem Leben – meiner Freundin und meiner Mutter – mein (noch unbearbeitetes) Buch zu geben. Um einmal vorzufühlen, um einfach mal zu hören, ob die Geschichte, die schon so viele Jahre in meinem Kopf schwebt, etwas hergibt.

Meine Mama ist nicht gerade internetaffin. Ich habe ihr einmal, weil sie mich darum gebeten hat, eine Großzahl meiner Texte ausgedruckt und zu Weihnachten geschenkt. Mein wohl persönlichstes Geschenk. Und: Ich empfinde sie als meinen größten Fan. Vielleicht auch nur, weil sie ja zwangs ihrer Position dazu verpflichtet ist, mich bedingungslos zu lieben. Und deshalb habe ich ihr für ihren Urlaub das ausgedruckte Buch in Klarsichthüllen gepackt, damit sie auch am Strand sorglos lesen kann. Und weil meine Mama ja nicht ahnen konnte, wie schnell sie liest, hat sie nur sechs (von dreißig) Kapiteln eingepackt. Tja, selber schuld. Ihre Nachricht (eine der ersten SMS, die sie überhaupt geschrieben hat): „Habe mir zu wenig zu lesen mitgenommen. Buch gefällt mir sehr gut. Mama“

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Und dann noch meine Freundin. Dazu braucht man eine Vorgeschichte: Ich habe mir das *.pdf von Volle Distanz. Näher zu dir auf meinen Kindle geschickt. Weil ich in unserem gemeinsamen Urlaub (der zufälligerweise zeitlich mit dem Urlaub meiner Eltern zusammenfiel, aber in einem anderen Land stattfand) endlich damit beginnen wollte, zu korrigieren. Während ich am Strand lag. Wie man das eben so macht, als großer Autor und Künstler. Stattdessen habe den Kindle meiner Freundin in die Hand gedrückt. Nach zwei Kapiteln hat sie mir gesagt, es gefällt ihr grundsätzlich. Und als sie tags darauf das Gerät noch einmal in die Finger bekam, las sie das Buch schlussendlich in einem Zug (Oh, ein Wortwitz.) ausgelesen hat. Mit ehrlicher Begeisterung und richtig, richtig guter Kritik.

Und ja, sie hat nicht unrecht. Es ist richtig, richtig großartig, zu wissen, dass da Menschen sind, die das Buch in den Händen halten, es lesen, es gut finden. Es ist richtig, richtig großartig. Hui.

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