Blut.

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Mein Kopf schmerzt. Also nicht nur einfache Kopfschmerzen, er scheint zu explodieren. Hier überall ist Blut. Ich muss eingeschlafen sein, mir im Schlaf den Kopf gestoßen haben. Man muss mir, ich muss. Nein, tut mir Leid. Ich kann es nicht mehr rekonstruieren. Aber der Schmerz, das Blut, meine Nase.

„Alter? Alles okay bei dir? Du hast hier geschlafen und plötzlich deinen Kopf mehrere Male hier aufs Pflaster geschlagen.“
– „Ich hab was?“
„Ja, Mann! Als ich es gemerkt habe, wollte ich dich gleich wachrütteln, aber es hat echt gedauert.“
– „Danke.“
„Du musst zum Arzt. Deine Nase sieht gebrochen aus.“

Er reicht mir ein dreckiges Taschentuch, damit ich es mir an die Nase halten kann, was ich widerwillig, aber in der Hoffnung, die Blutung zu stoppen, schließlich doch mache. Ich sehe mich um. Nun sind schon weitere Passanten stehen geblieben. Sie schauen und versuchen auszumachen, was dieser Obdachlose mit dem blutenden Mann gemacht hat. Oder sie denken, dass sich hier zwei Obdachlose im Suff grundlos geschlagen haben. Dabei bin ich doch nur. Das bin nicht ich. Ich wollte nicht hier schlafen und habe es trotzdem getan.

Eine Frau läuft auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus einer Tür, schreit, um Hilfe, ist in Panik. Die Menschen wenden sich von uns ab und finden bei ihr die neueste Folge für SchaulustigenTV. „Er ist tot!“, schreit sie, fällt auf die Knie, Menschen laufen zu ihr hin, halten ihre Hände. Es ist die Sprechstundenhilfe, die die Arztpraxis wie jeden Tag frühmorgentlich betreten hat. Nur das ihr Chef diesmal nicht bereits an seinem Schreibtisch in der Praxis saß, sondern daneben auf dem Boden lag. Regungslos und voller Blut.

Dies ist ein Teil meiner Forsetzungsgeschichte „Untitled Project

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