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Vom Ende der Einsamkeit • Benedict Wells

Es ist der Tod der Eltern, der das Leben der drei Geschwister zum ersten Mal aus den Fugen geraten lässt. Ein Buch über Verlust, über Liebe, über Einsam- und natürlich auch Traurigkeit

Als seine Eltern bei einem Autounfall sterben, ändert sich das Leben von Jules Moreau und seinen Geschwistern Marty und Liz von einer Nacht auf die andere. Es ist der Verlust des trauten Heimes, das Ende einer Familie, der Versuch der Tante, dem Kindern ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Und der Wechsel in ein Internat. Die Wege der drei Geschwister trennen sich, obwohl sie am selben Gelände die Schule besuchen. Ihre Leben entwickeln sich in vollkommen andere Richtungen.

Sie versuchen, ihren Verlust … nicht zu vergessen, nein, ihn vielmehr zu akzeptieren, mit ihm zu leben. Jules, der fröhliche, mutige Jules wird schüchtern, kommt anfangs mit der neuen Umgebung nicht zurecht. Doch freundet sich mit Alva an, dem einzigen Mädchen, dass sich in den ersten Wochen zumindest eine Zeit lang neben ihn setzte. Sie werden Freunde, durchleben gemeinsam die Jugend, die Pubertät, und immer wieder taucht die Liebe auf, stets zum Scheitern verurteilt.

Nie den Mut gehabt, sie zu gewinnen, immer nur die Angst, sie zu verlieren.

Es ist die Suche nach neuem Glück, nach Liebe, nach Genugtuung. Der Versuch, den größten Fehler der eigenen Eltern nicht selber auch zu machen: Zu Sterben, und andere Menschen hilflos zurückzulassen. Es ist Martys Aufgehen in seinem Talent, Ideen umzusetzen und Dinge zu Ende zu führen. Es ist Lizs Scheitern an Beständigkeit und dem zerstörenden Verlangen, niemals Halt zu machen. Und es ist Marty, der an das Nullsummenspiel im Leben glaubt … und nach so viel Verlust und Leid auch einmal an das Positive glauben möchte.

BenedictWells

Benedict Wells
geboren 1984 in München

Weitere Werke:

Fünf Jahre nach Fast Genial habe ich mich schon sehr auf das neue Werk von Wells gefreut. Als dann der Titel bekannt wurde, wurde der Erscheinungstermin schon voller Vorfreude im Kalender markiert. Und ich wurde in keinster Weise enttäuscht: Vom Ende der Einsamkeit ist ein bemerkenswert fesselndes, tief berührendes und ein zugleich todtrauriges und doch lebesbejahendes Werk des jungen Autors. Seine Worte trafen mich bei diesem Buch so viele Male mitten ins Herz, weil ich vielleicht schon ähnliche Gedanken gehabt habe, weil die Beschreibung der Gefühle so perfekt gelungen ist.

Zurecht wurde Wells für seine bisherigen Bücher gefeiert, die Verfilmung von Becks letzter Sommer hat mich letztes Jahr begeistert, aber dieses Werk übertrifft meiner Meinung nach all seine bisherigen Bücher. Und es wird zwangsläufig auch einen Platz in der Liste meiner Lieblingsbüchern bekommen. Nur eines frage ich mich natürlich: Was soll jetzt noch kommen? Womit will mich Wells jetzt noch überraschen? Ich bleibe gespannt und freue mich schon auf neue Lektüren.

„Ja, aber  das Gegengift zu Einsamkeit ist nicht das wahllose Zusammensein mit irgendwelchen Leuten. Das Gegengift zu Einsamkeit ist Geborgenheit.“

Vom Ende der Einsamkeit ist für mich das bisher beste Buch von Benedict Wells. Und es ist auch das erste Buch, in welchem ich mit Bleistift und kleinen Post-Its meine Lieblingszitate angezeichnet habe. Wells Worte waren schon immer großartig gewählt, in diesem Buch jedoch übertrifft er sich regelmäßig selbst. Also: Lasst euch bitte nicht von relativ durchschnittlichen Beschreibung auf dem Buchrücken abschrecken – Wells Geschichte entwickelt sich von Seite zu Seite weiter, man möchte weinen, lachen, fühlt mit. Und verschlingt endlich wieder ein Buch in Windeseile. Große Leseempfehlung!

Benedict Wells

Vom Ende der Einsamkeit

Diogenes

Preis: Hardcover 22 Euro, Hörbuch: 24,99 Euro (Info zu Partnerlinks)
355 Seiten
ISBN: 978-3-257-06958-7

Transparenz: Mir wurde auf Anfrage ein kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Veröffentlicht in Literaturheld

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