In Wahrheit möchte ich gar nichts.

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„Jetzt bin ich mal für ’ne gewisse Zeit oft genug verletzt worden. Ich will nicht mehr verletzt werden und ich will auch selbst nicht mehr verletzen. Weißt du, das hält man schon aus, ein, zwei Mal, klar tut es weh, aber irgendwann reicht es dann auch mal wieder. Und ich Idiot habe es ja immer wieder provoziert, war wie immer ‚Hals über Kopf‘, war wie immer zu schnell ‚in too deep‘, weil ich das einfach bin und nicht anders kann. Aber jetzt möchte ich es einfach anders können. Ich will mich all dem nicht mehr aussetzen, ich will mir keine Gedanken machen. Ich will in Wahrheit grad einfach nur Spaß haben. Unbeschwert sein. Will auch endlich einmal ein bisschen ein Arschloch sein. Und mir nicht ununterbrochen den Arsch aufreißen, damit es der anderen Person in jeder einzelnen Situation gut geht. Das habe ich schon zu oft und viel zu lange gemacht. Ich will nicht mehr ständig an das große Ganze denken, will nicht mehr alles zu Ende denken, sondern einfach nur tun. Und, verdammt noch mal, wann habe ich eigentlich begonnen, dem anderen so unendlich dafür dankbar zu sein, dass man für ’ne gewisse Zeit an meiner Seite ist? Niemand sollte dem anderen zu dieser Form von Dank verpflichtet sein. Das macht alles nur kaputt. Oder kaputter. Die Wahrheit ist: Ich will unterhalten werden, ich will Dinge machen, will stolpern, will fallen. Oh mein Gott, wie sehr möchte ich fallen. Möchte hinaufsteigen und nicht an die mögliche Fallhöhe denken. Mir sollen peinliche Dinge passieren, ich möchte unlogische Pläne umsetzen, möchte von so manchen als wahnsinnig angesehen werden. Und möchte mich endlich wieder einmal voll und ganz mit mir selbst konfrontieren, verstehst du? Dem bin ich wohl all die Jahre zuvor ausgewichen. Wahrscheinlich nicht ohne Grund. Aber … jetzt mal nur für dich: In Wahrheit möchte ich gar nichts. Das dafür aber bitte schön verpackt.“

4 Kommentare

  1. Treffender, lieber Dominik, hättest du deine Worte vermutlich nicht wählen können!
    Das klingt fast, als hättest du direkt in meinen Kopf gesehen und diese unlogischen Gedanken zu einem genialen Text geformt.
    Großartig!

  2. Oh, liebe frauheldin, lieb pr1ncess und liebe Felicitas! Eure wunderbaren Worte sind Balsam für meine Seele. Es ist immer wieder großartig, solch ein Feedback zu erhalten. 🙂 (Und es sind lustigerweise immer jene Texte, an denen ich nicht tagelang arbeite, die so positiv aufgenommen werden.)

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