Aufstieg.

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Der Atem kämpft sich schwer durch meinen Körper. Immer der Blick in Richtung Gipfel, auch wenn ich ihn immer mal wieder nicht sehe. Er ist das Ziel, der Höhepunkt dieses Weges. Das Ende und gleichzeitig auch wieder ein Anfang. Ganz alleine habe ich mich auf den Weg gemacht, am Fuß des Berges den ausgetretenen Pfad betreten. Ich soll mir immer nur kleine Dinge vornehmen, hat man mir gesagt, etwas, das ich auch wirklich erreichen kann. Und jetzt stehe ich hier, blicke hinab und hinauf und bin mir gar nicht mehr so sicher, ob ich zur Spitze gelange. Seit Stunden schon habe ich kein Wort mehr gesprochen. Aber ich habe nachgedacht, die ganze Zeit. Schritt für Schritt. Das ist das Furchtbare daran, wenn man zu viel Zeit mit sich verbringt. Eigentlich wollte ich den Kopf frei bekommen, wollte zu denken aufhören und einfach nur mehr sein. Aber das habe ich noch nie geschafft. Noch nie gelang es mir, den Kopf einfach abzuschalten, die Gedankenmaschine für einen kurzen Moment zu stoppen. Ich verlasse den Weg, nehme ein Abkürzung direkt durch den Wald. Obwohl ich weiß, dass solche Abkürzungen in Wahrheit immer länger dauern. Aber vielleicht ist es der Weg, den ich hinter mich bringen muss. Vielleicht brauche ich diesen Moment der Erfüllung, diesen Blick vom Gipfel. Vielleicht benötige ich den Stillstand, um selber aufzuhören, einen Schritt vor den anderen zu setzen.

Aber verdammt. Ich kann nicht aufhören daran zu denken. Und so wandere ich hier diesen Berg hinauf und will vergessen und kann es trotzdem nicht.

Ein Kommentar

  1. Das kenne ich gut – dieses Denberghochkeuchen und dabei zwei, drei Tage alte Ärgernisse nochmals wiederkäuen, die Dramen von vorgestern nochmals durchleben. Merkwürdigerweise habe ich das aber nie als lästig erlebt, sondern eher als ein Zurechtkommen mit dem Ärger, ein Verarbeiten der Dramen. Vielleicht ging es Deinem Helden am Schluss auch so? Oder sind die Dramen zu gross, um beim Keuchen weggesteckt zu werden?

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