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Zurück zum Start. 

Manchmal hasse ich mich. Für meine Angst, für meinen fehlenden Mut, für die Unfähigkeit das Risiko auszutesten. Für meine Niederlagen, die eigentlich Erfolge sind, aber sich nicht danach anfühlen. Für meine Erfolge, die den fahlen Beigeschmack einer Niederlage haben. Warum fühlt es sich nur so verdammt komisch an? Als wäre ich 17 Jahre alt, unglücklich verliebt und mit dem gesamten Weltschmerz auf meinem Rücken. Als hätte die Pubertät und all ihre Probleme wieder Besitz von mir ergriffen und lässt mich nun nicht mehr los. Warum kann ich mich nicht einfach nur freuen? Kann nicht einfach nur glücklich sein, so wie ich es sein sollte?

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Als wäre dieses Jahr eine Ansammlung unzähliger Tiefpunkte. Stattdessen habe ich so vieles erreicht, was ich jahrelang vor mir hergeschoben habe, bin eigentlich glücklich, eigentlich zufrieden. Und doch fühlt es sich nicht so an. Viel eher fühlt es sich so an, als wäre all das Erreichte nur einige der wenigen Lichtblicke, dabei haben sie das ganze Jahr über stattgefunden. Ich habe mich selber überrascht, vielfach positiv, manchmal natürlich auch negativ, aber das ist doch ganz normal. Niemand ist perfekt, und ich will das ja auch gar nicht sein. Will einfach nur glücklich sein, und mich über das freuen, was passiert ist. Was mir passiert ist, woran ich gearbeitet habe, wo ich etwas dazu beigetragen habe.

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Vielleicht ist es die Angst vor dem Neuen. Vielleicht ist es die Angst vor der Welt an sich. Das ist berechtigt. Niemand weiß, was auf einen zukommen wird. In Jahren mit großen Tiefs, wo wirklich alles auch nur schief gehen konnte, war ich glücklich. War ich durch und durch glücklich, habe das Leben genossen, habe es in vollen Zügen erlebt. Vielleicht war das damals nur deshalb so, weil ich mittendrin war. Mittendrin in einem Abschnitt und nicht am Ende und am Anfang. Vielleicht war es das.

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Nächstes Jahr wird wieder ein Jahr der Anfänge, der großen Versuche, der übergroßen Träume. Ich möchte sie alle versuchen, möchte nicht schon aus lauter Angst noch vor dem Versuchen scheitern. Möchte das Leben wieder genießen, mir Auszeiten genehmigen, möchte mich vielleicht auch wieder ein bisschen besser spüren. Möchte meinen Weg finden, möchte auf mich schauen, möchte Dinge ausloten. Und so naiv bin ich, dass ich vollkommen überzeugt bin, dass mit dem Silvesterkuss, mit dem Feuerwerk und dem Walzer ein richtig tolles Jahr beginnen wird.

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