katkaesk • Dichtende Wortheldin

Wer bist du und wenn ja, warum?

Hallo, mein Name ist Katharina, Kathi oder Katka. Ich bin 23 Jahre alt, arbeite hauptberuflich leidenschaftlich gerne als Sonderschullehrerin mit verhaltensauffälligen Schüler/-innen im Alter zwischen 10 – 17 Jahren und studiere berufsbegleitend den Master Politische Bildung an der Johannes Kepler Universität in Linz. Ich bin vor allem, weil ich schreibe. Ich schreibe, also bin ich.

Und wie viel davon steckt in deinen Texten?

Alles ein wenig, denke ich. Ich schreibe die Texte ja, also ist es unvermeidlich mich immer irgendwie reinzupacken. Es stecken immer kleine Fasern meiner Persönlichkeit in meinen Texten, der Art einen Gedanken aufzubauen, ihn zu entwickeln und ihn im Text zu verorten. Die Art und Weise wie ich meine Umwelt wahrnehme, spiegelt sich, glaube ich, auch darin wieder, wie ich Situationen und Gefühle beschreibe. Das ist aber alles sehr unkonkret. Ansonsten stecken vor allem andere Menschen in meinen Texten; Menschen mit denen ich tagtäglich zu tun habe, Menschen, die mich grade beschäftigen; Menschen, die mir unglaublich viel bedeuten und Situationen, in denen ich ihnen begegne.

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Seit wann und warum schreibst du eigentlich?

Ich kann mich leider nicht mehr wirklich zurückerinnern,meine Mitmenschen erzählen mir aber, dass es im Grundschulalter war, wo ich Geschichten, die ich in der Schule gehört habe, Sendungen, die ich im Fernsehen gesehen habe, Hörbücher, die ich mir angehört habe, schriftlich nacherzählt habe und mir alternative Szenarien einfallen habe lassen. Danach habe ich erst wieder ab dem 16. Lebensjahr angefangen zu schreiben, wo ich für diverse kleinere Zeitschriften Artikel geschrieben,und auch die ersten Gedichte verfasst habe.

Was macht dich sprachlos?

Vor allem Menschen. Und Begebenheiten! Menschen oftmals, weil sie nicht so reagieren, wie man es wohl selbst manchmal gerne hätte,weil Menschen nicht erlernbar sind wie manch anders Wissen oder auch, weil Mensch einzigartig und somit komplett individuellen Mustern folgen als man selbst.Außerdem staune ich oft über Kinder, weil Kinder von sich aus bereits grenzgenial und großartig sind, ohne da wirklich viel besteuern zu müssen. Begebenheiten machen mich oft sprachlos, weil ich sie – leider – oft nicht ändern kann.

Wo befindet sich dein kreativster Ort?

In Transportmitteln. Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin und die vorbeiziehende Landschaft betrachte, habe ich zumeist die besten Ideen. Mein produktivster Ort ist jedoch meistens das Auto. Ganz egal, ob ich selbst fahre oder gefahren werde. Ich schreibe die Geschichten im Kopf vor, wenn ich dann zuhause bin, ist die Geschichte bereits fertig, ich tippe sie nur mehr ab und feile die ein oder andere Passage noch etwas. Die Kurzgeschichten entstehen meistens dort, wo ich Menschen beobachten kann, wie zum Beispiel in Kaffeehäusern, wo ich sie als Splitter in die Texte verpacke.

Wer oder was inspiriert dich?

Menschen. Menschen, die mich immer wieder dazu anregen über bestimmte Situationen nachzudenken. Und tiefsinnige Gespräche.Oft sind es auch Liedtexte, die einem ein bestimmtes Gefühl geben, dass man für das Schreiben braucht, weil man sehnsüchtig ist. Ein Spaziergang bei großartigem Wetter, Tee, Regenwetter, Schneeflocken, das Meer, letztlich sind es die Momente, die inspirieren.

Wie viele Entwürfe verstecken sich in deinem Blog?

Keine. Ich habe einige Geschichten und Gedichte abgespeichert auf dem MacBook, auf dem Blog poste ich jedoch direkt. Ich schreibe und poste in einem relativ kurzem Zeitabstand, da ich oft nicht die Zeit finde, Wochen später nochmals an demselben Gedicht oder demselben Text zu arbeiten, sie leben ja außerdem von ihrer Aktualität. Manchmal kann ich mich später da gar nicht mehr wiedereinfinden.

Bist du kreativer, wenn du glücklich oder wenn du traurig bist?

Ich bin vor allem  dann kreativ, wenn ich Zeit für mich habe, Zeit zum Nachdenken, Zeit, die Dinge zu tun, die man gerne macht, weil man dadurch auch zu dem wird, was man ist. Aber auch Zeit, für die Menschen, die ich wirklich gern habe. Ich bin kreativ, wenn ich inspiriert bin. Die Antwort lautet also: Weder noch. Ich schreibe meist um Situationen oder Gedanken aufzubewahren. Wie jemand, der etwas sammelt um Erinnerungen aufzubewahren. Ich bewahre in Worten auf.

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Was ist dein ganz persönlicher, selbst geschriebener Herzenstext?

Hm. Ich denke, es ist „Wir tanzen. Distanzen.

Es ist wohl das persönlichste Gedicht, dass ich je geschrieben habe, aber so abstrakt, dass die dahinter liegende Lebenssituation nur für ganz enge Freunde erkennbar ist.

Welche drei literarischen Blogger möchtest du empfehlen?

Wie großartig, die Menschen zu empfehlen, die man gerne liest!

http://verkleidungskiste.wordpress.com/ – Das Blog von Clara Hirschmanner (Twittername: @bluehirsch) ,weil er großartig ist und soviel Momente festhält.

http://goldmomente.wordpress.com/ – Ein wunderbarer Blog von Jennifer Düing (Twittername: @nachtblau)  mit Fragmenten einer Lebensgeschichte.

http://sebastianvanroehlek.wordpress.com/ – Lieblingsjunge aus Leipzig // Sebastian van Roehlek (Twittername: @van_Roehlek) mit den schönsten, abstraktesten Gedichten, die die Welt je gesehen hat.

Da ich mich sowieso ungern an Regeln halte, noch ein weiterer Tipp:

http://wortistihrhobby.wordpress.com/ – Ebenso ein Blog aus Leipzig für die guten Momente, die einem ein gutes Gefühl vermitteln, weil Marsha Richarz (Twittername: @wortistihrhobby) soviel Lebensfreude versprüht.

FotovonKatharina

Woher die große Vorliebe für Kafka?

Meine Vorliebe für Franz Kafka hat mit 17 Jahren im Deutschunterricht ihren Ausgang gefunden  und ist eine Lebensliebe geworden. Damals hab ich bewundert, wie jemand seine Beziehung zu seinem Vater in einen geschrieben „Surrealismus“ umwandelt, seine Briefe an Milena (Milena Jesenská, im Übrigen eine sehr bewundernswerte Frau, hat sie doch eine Flucht von Juden nach Polen organisiert, und wurde dafür in Dresden verurteilt und starb dann im KZ Ravensbrück.) haben mich so sehr beeindruckt, dass ich Tränen in den Augen hatte. Mich verbindet mit Kafka vor allem die Lebenseinstellung, die er bezüglich Menschen hatte und der Tagesrhythmus, der zwar sehr ungesund, aber produktiv ist. Mein Blog ist eine Hommage an Franz Kafka. Aus dem Adjektiv „kafkaesk“ habe ich in Verbindung mit meinem Namen dann den Neologismus „katkaesk“ gebildet. Kafka schrieb einmal „Dichtung ist immer nur eine Expedition nach der Wahrheit“. Ich denke, es geht mir dabei sehr ähnlich. Er ist der Grund, warum mein Blog überhaupt existiert.

Worum geht es in deinem Stück/deinem Roman/deiner Geschichte, welches du im September auf deinem Blog gestartet hast? Und wie lange soll sie werden?

Ich hatte vor ein paar Wochen ein sehr anregendes Gespräch über die Veränderung von Literatur mit einem sehr lieben Freund von mir. Das Resultat war, dass vielleicht Literatur im 21. Jahrhundert nur mehr aus Fragmenten bestehen kann. Genau die Idee verfolge ich mit dieser Geschichte, es sind (Lebens-)Fragmente zweier Menschen, die sich irgendwann irgendwo begegnen.

Ob, wann und wie lange sie wird, ist eine Frage der Inspiration.

Arbeitest du an etwas Größerem, möchtest du irgendwann einmal ein Buch schreiben und veröffentlichen? Ein Gedichtband, einen Roman, ein Theaterstück?

Ich schwärme seit langer Zeit sehr für Zoran Drvenkars „Was geht, wenn du bleibst“. Es ist für mich eines der zeitlosesten Stücke Papier, dass je in die Welt gesetzt wurde, Fragment für Fragment, Moment für Moment. Es wäre natürlich ein überwältigender Meilenstein für mich, irgendwann selbst so einen großartigen Gedichtband zu verfassen. Erich Fried zählt natürlich auch zu meinen großen Vorbildern; auch eine Novelle, wie Arthur Schnitzler sie verfasst hat, wäre – superb. Es gibt so viele Dinge, so viele Projekte die mich reizen würden. Die müssen jetzt aber vorerst leider einmal warten. Ich hoffe, dass ich nach meiner Masterarbeit genug Zeit dafür finde.

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