#26 • Veröffentlichungen und Versagensängste

Ich liebe es ja, mir Ziele zu setzen. 2017 habe ich mir vorgenommen, endlich in einer Literaturzeitschrift abgedruckt zu werden – das Ziel habe ich leider nicht erreicht. Aber ich bin ja recht einfach gestrickt und habe mir deshalb das Ziel einfach ins neue Jahr mitgenommen. Und – kabumm: Ich kann ein Häckchen dahinter setzen – ein Magazin hat sich wirklich für einen von meinen Texten entschieden. Als ich es erfuhr, war die Freude erstmal riesig groß und auch heute freue ich mich unglaublich darüber. Vor drei Tagen habe ich dann auch noch erfahren, dass eine Kurzgeschichte von mir in einer Anthologie zu finden sein wird. Das sind alles wirklich großartige Nachrichten. (Mehr dazu in einigen Wochen.)

Aber ich bemerke schon wieder: Seither schaue ich immer ganz aufgeregt in meinen Mailaccount rein, ob nicht vielleicht auch noch weitere Literaturzeitschriften auf den Dominik-Zug aufspringen. Das ist eine typische Reaktion: Statt sich einmal voll und ganz auf einem riesigen Erfolg auszuruhen, sofort nach weiteren zu streben und dabei diesen einen kleinen Sieg nichtmal ausreichend auszukosten. Aber es dauert ja sowieso noch – und wenn es nach meinem heutigen Ich geh, werde ich, falls möglich, auch zur Heftpräsentation und Lesung kommen, Mitte des Jahres im obersten Mühlviertel an der deutschen Grenze.

Aber ja, ich reiche weiter ein. Während ich also hier weniger veröffentliche, entstehen im Hintergrund viele neue Werke. Nur damit ihr wisst, dass ich nicht faul auf der Couch liege – in meinem Kopf sprudelt es. Und während meiner neuen Leidenschaft, dem Fitnesstudio, komm ich endlich auch ausreichend dazu, wieder unglaublich viel zu lesen.

Aber warum wir jetzt alle hier in dieser Kolumne sind, ist ja dieses eine Buch. Und da habe ich bemerkt, dass es wirklich tragisch ist: Ich habe leider überhaupt kein Talent, an Texten länger zu arbeiten. Also jedes Wort einzeln umzudrehen, abzuwiegen und zu polieren. Früher erschienen Texte von mir oft nur Sekunden, nachdem ich sie zu Ende gedacht hatte. Das ich mir Texte jetzt vor dem Veröffentlichen noch unzählige Male durchlese ist da schon ein Fortschritt. Aber die Überarbeitung von Volle Distanz. Näher zu dir stellt mich vor ganz neuen Herausforderungen.

Denn ja, ich habe wirklich damit begonnen. Aber bislang bin ich damit nicht weiter als zwei Absätze gekommen. Weil Anfänge über alles entscheiden, weil erste Eindrücke doch so unglaublich wichtig sind, habe ich normseitengroße Versagensängste. Vielleicht sollte ich also mit Kapitel 2 beginnen und den Anfang vorsorglich mal ans Ende verschieben.

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