Beste Freunde.

Es war keinmal.

Prinzessin aus dem einen Reich.
Prinz aus dem anderen.
Beste Freunde.

Sie treffen sich in der Mitte.
Und betrinken sich.
Und lachen.
Wachsen heran.

Heiraten.
Aber nicht einander.

Schütten sich
ihre Herzen aus.

Lieben sich
die ganze Zeit.

Doch platonisch nur.
Ganz ohne Romantik.

Im königlichen Altersheim
spielen die köngliche Witwe
und der königliche Witwer
den ganzen Tag Backgammon.

Erzählen einander
von ihren Leben.

Blicken gemeinsam
der Sonne beim Untergehen zu.

Und dann sind sie gestorben.
Kein Happy End.

Oder vielleicht doch.


#sagenumwoben | Projekt *.txt

3 Kommentare

    1. Spannend. Man kann es auch auch untraurig lesen, glaub ich. Hatte es zumindest beim Schreiben so im Kopf – deswegen auch spannend, wie es jetzt ankommt. 🙂

      1. Mein Gedanke dazu war: Ein (fast) vergeudetes Leben – da sich die Liebenden nicht aussprachen und fanden. Wenn es „nur“ um Freundschaft geht, die ein Leben lang gehalten hat, kann man sagen: Super, Glücksfall. Wegen der Erwähnung der Liebe aber, und auch der, dass beide heirateten, nur nicht einander, finde ich dieses Gedicht traurig. Ja, die unterschiedlichen Leseweisen von Texten, finde ich auch immer sehr spannend. Liebe Grüße!

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