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Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam • Vea Kaiser

Wenn man es einmal nach St. Peter am Anger geschafft hat, will man in Wahrheit gar nicht mehr weg.

Johannes Gerlitzen ist ein glücklicher Mann. Doch als seine neugeborene Tochter plötzlich viel mehr Ähnlichkeit mit dem Nachbarn hat und seine monatelangen Bauchkrämpfe sich als 14,8 Meter langer Fischbandwurm herausstellen, verändert sich sein Leben. Er verlässt das Bergdorf, um in der großen Stadt Medizin zu studieren und allerlei Würmer zu erforschen. Und entgegen aller Erwartungen kehrt er auch wirklich zurück – wird der erste Gemeindearzt in St. Peter am Anger. Aber in Wahrheit kommt er nie wirklich wieder an.

Über drei Generationen erstreckt sich die Geschichte – von Johannes Irrwein über Ilse Irrwein bis hin zu seinem Enkel Johannes A. Irrwein. Und rundherum geht es um einen Gemeinde-Mikrokosmos, um Verschwörungen, um Gerüchte, um Macht. Ums Wirtshaus, das Café Moni, die Kirche und das Gemeindeamt. Um den Fußballplatz, die ewige Fehde mit dem Nachbardorf und die Ablehnung der Menschen von „da unten“.

Vea Kaiser
geboren 1988 in St. Pölten, Österreich

Weiteres Werk:

  • Makarionissi oder Die Insel der Seligen: Roman

Blasmusikpop ist ein Buch mit ganz besonderer Ausstrahlung. Zollt man zuerst den 481 Seiten etwas Respekt, erklimmt man schon nach wenigen Seiten die Straße rauf zu St. Peter am Anger. Und erkennt in all den Gemeindemitgliedern Menschen aus dem eigenen Umfeld, aus dem eigenen Heimatort, die da beinahe treffend genau beschrieben werden. Blasmusikpop ist aber neben einem Familienroman viel mehr noch ein Coming-of-Age-Roman (wie die FAZ schrieb): Es geht hier ums Ankommen. Darum, seinen Platz zu suchen und auch zu finden. Es geht um Andersartigkeiten, die man nicht als Trennungsgrund verstehen sollte. Und ganz nebenbei ist das Buch so komisch, dass man nicht umhin kann, aufzulachen.

Mit Blasmusikpop ist der jungen Vea Kaiser 2012 ein gewaltiges Debüt gelungen. Die Geschichte ist umwerfend, manchmal berührend, dauernd komisch und trotz aller Fiktion mitunter viel zu wahr.

Vea Kaiser

Blasmusikpop

oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam

KiWi

Preis: 19,99 Euro (Hardcover), 9,99 Euro (Taschenbuch), 9,49 Euro (eBook) (Info zu Partnerlinks)

496 Seiten

 

Veröffentlicht in Literaturheld

3 Kommentare

  1. Elisabeth

    Guten Tag, lieber Dominik,
    auch ich bin großer Fan von Blasmusik-Pop. So viel Österreich in einem Buch… was für eine Leistung von der jungen Vea Kaiser.
    Eine kleine Bitte hätt‘ ich an Sie: Bitte korrigieren’s doch im ersten Satz den Namen von Johannes Irrwein auf Johannes Gerlitzen. Ich denk‘ Sie meinen hier den Doktor Opa.
    Dank und Gruß, Elisabeth

    • Dominik

      Ah ja, verdammt, das ist natürlich ein blöder Fehler. Wird ausgebessert. 🙂 Danke für den Hinweis.

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