Der König der Gämsen gegen die letzte Kugel des berüchtigten Wilderers. Und ein Schmetterling als Schiedsrichter.

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Der König der Gämsen hat sich ein großes Rudel erschaffen, ist mächtig, in seinem Reich. Die Berge sind sein Zuhause, seine Herausforderung, sein Leben. Und so sehr das Rudel ihn auch braucht, in Wahrheit ist er lieber allein. Wenn es stürmt, verkriecht sich das Rudel, nur er steigt empor, empfängt den Regen und die Blitze. Er hat es als Einzelgänger zur großen Macht gebracht. Anders als der Jäger, der Wilderer, der immer wieder ein Tier aus seinem Rudel schoss. Auch er kannte diese Welt, war als Jugendlicher noch radikal, noch wütend, noch mutig, bis er sich in die Berge zurückzog. Seit Jahren schon wilderte er, war noch nie erwischt worden, klettert behändig die steilen Berge hinauf. Und erlegt er ein Tier, trägt er es auf dem Rücken Richtung Dorf um es dort zu verkaufen. Doch ansonsten mied er das Dorf eher, zuhause war er in den Bergen.

Doch beide spüren es. Dass es zu Ende geht. Der König soll das letzte Opfer sein, dem König gebührt die letzte Kugel aus der Flinte des Wilderers. Immer mehr nähern sie sich an, sind sich nicht unähnlich und sind es doch. Ein ungleicher Kampf beginnt.

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Erri De Luca
geboren 1950 in Neapel, Italien

Weitere Werke:

  • Das Licht der frühen Jahre
  • Fische schließen nie die Augen

Buchrückentexte sind ja sowas wie die Pressetexte zu neuen Musik-Alben. Wenn ein Buch „ähnlich wie Hemingways ‚Der alte Mann und das Meer'“ zum „Kultbuch“ wurde unc ich rein gar nichts davon gehört oder gelesen habe, dann verwirrt mich sowas. Noch dazu, wenn ich es in einer Schütte in einem Supermarkt zum halben Preis bekommen habe. Wobei die Zeitung „Corriere della Sera“ es aber schließlich doch treffend beschreibt: Einerseits als „kleines Epos“ (das kann ich schwer beurteilen), das zugleich „still und tosend“ ist. De Luca schafft genau das: die Geschichten der beiden Einzelgänge, wie sie verkettet sind, ihr Aufeinandertreffen. Es wird bis zum Höhepunkt nicht wirklich aufregend, es bleibt still, und doch weiß man die ganze Zeit, worauf man zusteuern wird. Und auch wenn das Ende vorhersehbar ist, bleibt es eine schöne (angenehm kurze) Geschichte. Für 3,95 Euro gerade okay.

In jeder Gattung sind es die Einzelgänger, die etwas Neues wagen. Sie  bilden den Experimentieranteil ihrer Gattung, der sich ins Unbekannte aufmacht. Nach ihnen verliert sich ihre Spur wieder.

Das Gewicht des Schmetterlings erzählt vom Leben auf den Bergen, von zwei Einzelgängern und ihrem Leben, und schließlich auch vom Ende ebendiesem. Eine schnell gelesene Geschichte, recht einfach und doch irgendwie fesselnd geschrieben. Würde aber dafür wohl nicht die veranschlagten 8 Euro hinlegen. Dafür leistet das Buch meiner Meinung nach eindeutig zu wenig.

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Erri De Luca

Das Gewicht des Schmetterlings

List

Preis: 8,99 Euro (Taschenbuch), 7,99 Euro (eBook) (Info zu Partnerlinks)
112 Seiten

Autorenbild: „Erri De Luca-Trento Film Festival“ von Niccolò CarantiEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

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