Glaube.

Ich glaube.

An meine Träume, trotz alledem. An das Gute im Menschen, immer noch. Und an die Liebe. Nie könnte ich aufhören, an die Liebe zu glauben. Es wäre kein schönes Leben mehr, wenn ich nicht mehr an sie glauben könnte. Wem noch vertrauen, für wen sich noch aufgeben, wofür denn noch leben, wenn mir der Glaube an all das fehlen würde. Früher habe ich auch einmal an Gott geglaubt. An den alten, weisen Mann, der über uns wacht und der irgendwann dafür sorgen wird, dass alles gut wird. Weil aber schließlich nichts gut wurde und manches einfach richtig schlecht, verschwand er irgendwann. Zu unvernünftig schien es mir, den Glauben an etwas herzuschenken, von dem ich vieles erhoffen wollte, aber nicht wissen konnte, was ich denn erwarten dürfe.

Früher ist es mir auch einfacher gefallen, an etwas zu glauben. Weil glauben immer besser funktionieren kann, wenn das Wissen fehlt. Je mehr man weiß, je mehr man erfährt, desto schwieriger fällt es, zu glauben. Und nach einem Vierteljahrhundert haben sich schon unzählige Erlebnisse angestaut, die dieses blinde Glauben so furchtbar erschweren, dass es manchmal schwer fällt. An das Gute im Menschen zu glauben, an meine Träume und auch, ja, leider auch an die Liebe.

Und doch will ich nicht aufhören. Glaube bedeutet Hoffnung. Und was wäre das nur für eine Welt, in der ich nicht mehr hoffen könnte. In der Wege offenbar schon so vorbestimmt sind, dass keine Abzweigung mehr offensteht, in der eine Kehrtwende unmöglich erscheint und das Unmögliche unmöglich bleibt. Glauben gehört für mich zum Leben, zum zufrieden sein, zum Erwarten dazu.

Bildquelle: LoggaWiggler / Pixabay

4 Kommentare

  1. Hallo!

    Heute glauben wir weniger, wir versichern uns lieber. Heute fehlt uns der Mut zu einem Abenteuer, wir gehen auf Nummer sicher. Wir sind ein Volk von Versicherungsmenschen. Wir versichern uns gegen Einbruch, Sturmschaden, Glasbruch und gegen Feuer. Wir haben eine Rechtsschutz-, Haftpflicht- und Lebensversicherung. Wir würden öfter ein Abenteuer eingehen, wenn wir mehr Selbst- und Gottvertrauen hätten.

    Gruss schlagloch

    1. Hey! Wie schon im Text selbst erklärt, fällt mir das Gottvertrauen schwer. Da gab es eine zu große Enttäuschung in meinem Leben. Da braucht es, wenn überhaupt, eine sehr langsame Annäherung. Aber ja, Selbstvertrauen, das fehlt uns/mir leider viel zu oft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: