Gefunden haben wir nichts.

Es ist schon wieder fünf Uhr früh. Wieder einmal habe ich in der Nacht keinen Schlaf gefunden und ihn in Wahrheit erst gar nicht gesucht. Manchmal rede ich mir ein, dass ich in den Stunden der Nacht am Besten funktioniere. Wenn die Welt um mich herum schläft, beginnen meine Gedanken ihr lustiges Spiel und lassen mir keine Ruhe mehr. Es ist die Stille, die mir dabei zusagt. Die Straße vor meinem Fenster ist zwar noch immer nicht vollkommen ruhig, das ist sie nie, aber es wird leiser.

Vor ein paar Monaten habe ich mit dir manchmal fast durchgemacht. Da standen wir am offenen Fenster und rauchten, schauten uns die Straßenlaternen an, und die wenigen Menschen, die noch zu Fuß durch die Stadt stolperten. Und manchmal sind wir auch selber durch diese Straßen gelaufen, auf der Suche nach dem Morgen, nach der Antwort und uns selbst.

Gefunden haben wir nichts, vor allem nicht uns; wir blieben stets mit viel mehr Fragen zurück, nur der Morgen, er kam immer. Doch wir haben ihn meistens verschlafen, weil der Tag für uns keine Bedeutung mehr hatte.

Manchmal wünsche ich mir wieder jemanden, mit dem es sich lohnt, nächtelang kein Auge zuzumachen. Aber bis dahin begleite ich einfach meine Gedanken bei ihrem lustigen Spiel und werde erst wieder schlafen gehen, wenn der Morgen anbricht.

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