Gibt es eigentlich einen umgekehrten Bechdel-Test? Dieses Buch hätte ihn nämlich sehr nötig.

(Achtung: Spoiler!) Kriminalpolizistin Zoé wird zu einem Tatort gerufen – und findet dort zwei Frauen, offenbar tot, in einem Boot am Ufer. Eine von ihnen erkennt sie, Maria, eine Schulfreundin von vor 20 Jahren, und sie ist es auch, die erwacht und sofort ins Krankenhaus gebracht wird. Ihre Freundin, Karin, ist gestorben und selbst als sich später herausstellt, dass es sich dabei um einen Suizid gehandelt hat (und Zoé daher nicht mehr zuständig ist), bekommt sie Maria nicht mehr aus dem Kopf: Sie will die Geschichte dahinter erfahren. Und die ist eindeutig weiblich besetzt:

Bevor Maria und Karin ein Paar (lesbisches Paar 1) wurden, war Maria mit Peter (erster Mann des Romans) verheiratet. Peter war ein Arschloch, ließ seine Frau im Glauben, eine Affäre mit Karin zu haben, bis sich schließlich die beiden Frauen selbst näher kamen – und irgendwann aufkommt, dass Peter schon längst eine andere Frau geschwängert hat. Maria war übrigens Journalistin und ihre Kollegin Susa, die Fotografin, ist zufällig lesbisch. Dann haben wir da noch Juliette, die beste Freundin von Karin, die ebenfalls lesbisch ist. Und Zoé kämpft sich durch den Kommissarinnenalltag trotz ihres furchtbaren Chefs (der zweite und letzte Mann des Romans) und fällt daheim am Liebsten in die Arme von Philomena (lesbisches Paar 2).

FrauAnonym

Maria E. Mathissen
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Weitere Werke:

  • tempus fugit: geschichten

Heike schreibt auf Amazon: „Bewegender Schicksalsroman, der sich sehr deutlich von der Masse abhebt!“ Und ich kann ihr da sogar rechtgeben: Es geht um Schicksale, die manchmal viel zu konstruiert wirken und fast schon gewaltsam auf die Tränendrüse drücken wollen. Und ja, es stimmt: Das Buch hebt sich sehr deutlich von der Masse ab. Denn – und mich bitte dabei nicht falsch verstehen: Homosexuelle Liebe ist wunderbar. Aber das Buch mit zwei lesbischen Paaren und zwei lesbischen Singles zu befüllen und heterosexuelle Frauen eigentlich gar nicht vorkommen zu lassen, ist irgendwie … komisch. Und das Männer nur in Form zweier Arschlöcher vorkommen , das war – wie soll man es sagen? – verwirrend. Sprachlich fast schon zu geschwollen, ein oftmals mit Adjektiven zugekleisterter Erzählstil, der mich nur bedingt fesseln konnte.

„Wer weiß? ‚Coup de foudre‘ nennen es die Franzosen, ‚love at first sight‘ die Engländer, ’szerelem elsö la’ta’sra‘ die Ungarn. Wenn es in den vier mir halbwegs bekannten Sprache Begriffe dafür gibt, warum sollte die ‚Liebe auf den ersten Blick‘ nicht existieren?

Mein Learning nach diesem Buch: Man soll nicht allen Amazon-Rezensionen Glauben schenken. Von außen sah es nach einem ambitionierten Self-Publishing-Buch aus, dass offenbar auch schon einige LeserInnen überzeugen konnte. Im Nachhinein ist es aber überraschend, wie sehr mich das Buch enttäuscht hat.

Maria E. Mathissen

Im fahlen Licht der Novembersonne

Books on Demand

Preis: 16,90 Euro (Taschenbuch), 8,49 Euro (ebook) (Info zu Partnerlinks)

240 Seiten

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