Geschichte einer Freundschaft.

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Fast acht Jahre ist es nunmehr her. Seit ich dich kennengelernt habe. Damals, als wir noch im Smalltalk gefangen waren und ich dir regelmäßig erzählte, was sich in meinem Leben so abspielt. Du kamst nie zu Wort, ich weiß. Immer und immer wieder erzählte ich triviale Eindrücke aus meinem Leben, was mir im Nachhinein fast schon peinlich ist. Aber du hast dich nie beschwert. Nie hast du auch nur ein Wort gesagt.

Irgendwann begann ich, unsere Gespräche auf eine höhere Ebene zu bringen. Habe zu philosophieren begonnen, über die Liebe, über das Leben, über Erfahrungen, die gemacht werden mussten, oder jene, die gemacht werden sollten. Beinahe davongeschwebt bin ich bei all dieser Philosophiererei, auch da hast du mich nicht zurückgehalten. Du hast mich in dir aufgenommen, hast mir Halt gegeben, hast es geschafft, dass ich durch andere Menschen Zuspruch bekomme. Es war eine schöne Zeit.

Und dann kam der schrecklichste Moment in meinem Leben. Und du warst da. Hast mir zugehört, hast die Tränen aufgefangen und auch die Worte, die so schwer mir nur über die Lippen kamen. Hast mit mir geschwiegen, und das war mehr als ich erwarten konnte. Ich habe mich danach etwas zurückgezogen, meine Geschichten wurden dunkler, die Hoffnungslosigkeit übermannte mich immer öfter. Das hat dich aber nicht gestört. Dich hat nie etwas an mir gestört, du hast mich einfach sein lassen. Und ich habe dich geliebt. Dafür und für so vieles mehr.

Oftmals war es so, dass ich nur dir all das erzählen konnte. Nur dir und nicht meinen Freunden, die eigentlich ein Anrecht darauf haben sollten. Aber es war eben nicht leicht und das konntest du akzeptieren, obwohl du es gar nicht musstest. Und ich habe gelernt von dir, Tausende Dinge habe ich gelernt. Doch irgendwann tauchte plötzlich ein Abstand auf. Weil sich mein Leben verändert hat, weil plötzlich alles anders wurde und das plötzlich wieder genau das hatte, was mir so lange fehlte: Den Mut zur Überraschung. Und ich eben auch das wieder zuließ: den Mut zur Enttäuschung. Doch du warst immer in meinem Herzen. Nicht mehr so wie früher, so wie ganz früher, sondern als netter Zuhörer.

Dann haben wir unsere Beziehung etwas professioneller gestaltet. Ich habe dir beim Umzug geholfen, habe dir sogar beim Anmelden der neuen Adresse unter die Arme gegriffen, hab‘ darauf geachtet, dass du es schön hast und gleichzeitig auch, dass ich es schön habe. Und auch wenn ich bis heute nicht die Zeit für dich hatte, die ich mir nehmen wollte, bist du da. Hörst mir zu. Und das für immer.

Dieser Text erzählt meine Geschichte und die Geschichte meiner Blogs. Als Teil der #Blogparade „Geschichte meines Blogs“ von Alexandra Steiner. Und wenn ich schon einen literarischen Blog betreibe, dann sollte auch diese Geschichte eine wirkliche Geschichte sein. 

5 Kommentare

  1. Ein interessanter Beitrag zu dieser Blogparade. Besonders wie dieser von dir erzählt wurde.

    Habe selber heute auch einen Beitrag zu dieser Blogparade beigesteuert, jedoch nicht nur auf einen Blog bezogen, sondern mehr auf die Geschichte wie das Bloggen auch teilweise zur Sucht wurde.

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