Du versteckst dich vor mir.

„Entdecke mich“, sagst du.
„Ich will, dass du mich entdeckst.“

Meine Finger streicheln sanft über deinen Arm.
Dein unschuldiger Arm.
Gänsehaut auf deiner Haut.
Gänsehaut in meinem Herzen.

Warum sagst du nichts, frag ich mich.
Mein Finger und deine Haut,
sie tanzen miteinander.

Mal berühr ich dich
mal berührst du mich.

Ich kann dich nicht entdecken.

Dafür müsste ich tiefer in dich hinein.
Müsste dich aufreißen,
müsste Schicht für Schicht von dir abtragen.

Deine Haut ist weich,
so unglaublich weich.
Aber sie lässt mich dich einfach nicht
entdecken.

Sie ist die Grenze zu dir selbst.

Und obwohl du mich ständig einlädst
hast du mir noch immer kein Visum ausgestellt.

Sagst es immer nur,
als wär es so leicht
und ich entdecke dich einfach nicht.

Und wenn ich mal auf deiner Haut
Brüche entdecke,
bin ich immer versucht,
hineinzutauchen.

In dir zu schwimmen.
Dich aufzusaugen.

Aber bis dahin streichle ich deine Hüfte,
streichle sanft über deinen Po.

‚Lass mich dein Entdecker sein‘, denke ich.
‚Ich könnt das gut.‘
Ich wär dein Humboldt
und du mein Südamerika.

Ich will dich entdecken,
dich erforschen,
will dich verstehen.

Doch du,
du versteckst dich.

Du versteckst dich vor mir.
Wie lange eigentlich noch?

4 Kommentare

    1. Vielen lieben Dank, liebe Felicitas!

      Das ist lustigerweise vollkommener Zufall. Bis jetzt kannte ich deinen wunderbaren Text noch gar nicht. 🙂

      Alles Liebe
      Dominik

      1. Hah, das ist ja lustig! Vielleicht haben wir das ja beide zufälligerweise von derselben Quelle geklaut und können uns jetzt beide nicht mehr daran erinnern… Oder es gibt einfach Zufälle!
        Habe einen schönen Montagabend!

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